NEUES DENKEN - NEUES LEBEN Humanistisch-christliches Denken und christliche Lebensgestaltung
Mein Gottes-Bild:
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.
Im Ende war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.
(In Anlehnung an das Evangelium nach Johannes 1,1 und P. Teilhard de Chardins: “Von Alpha bis Omega”; vgl. dazu in seinem Buch “Der Mensch im Kosmos” unter Epilog)
Mein Welt-Bild: Die Zahl ist das Wesen aller Dinge!* Der Mensch ist das Maß aller Dinge!** Der Logos ist die Ordnung aller Dinge! Der Christus ist die Einheit aller Dinge! (*Pythagoras; **Protagoras)
Mein Menschen-Bild:
Da gibt es den Sternenhimmel über mir, also den Kosmos.* Da gibt es das Grab unter mir, also den Tod. Und da gibt es die Menschheit in mir, also Würde und Liebe.* Wer bin ICH, GOTT, dass DU meiner gedenkst?** (*vgl. dazu Immanuel Kant, Beschluß in KpV; **vgl. dazu Psalm 8)
Wenn wir als Menschheitsfamilie unsere Zukunft ernst nehmen, dann müssen wir anfangen grundlegend umzudenken. Denn es gilt:
DENKEN VERÄNDERT DIE WELT!
Etwas drastischer und wohl auch medienwirksamer wird das zentrale Anliegen dieser Homepage mit der folgenden Aussage auf den Punkt gebracht:
“Es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es ist nur Deine Schuld, wenn sie so bleibt.” (aus dem Lied “Deine Schuld” von “Die Ärzte” und jetzt auch in der Präambel des neuen Gesellschaftsvertrages der GRÜNEN)
Dieser Spruch ist als “Weckruf” zu verstehen. Er soll uns wachrütteln und zum Nachdenken anregen. Dies versucht auch auf sehr eindringliche Weise und in einer wohl bisher nicht dagewesenen Anschaulichkeit und Bildhaftigkeit das Projekt “HOME” von Yann Arthus-Bertrand. Der Filmemacher schreibt dazu: “Wir leben in einer alles-entscheidenden Zeit. Wissenschaftler sagen uns, wir hätten nur 10 Jahre um unsere Lebensweise zu ändern, um das Aufzehren von Rohstoffen zu verhindern und um eine katastrophale Entwicklung des Weltklimas zu verhindern. Jeder Einzelne muss an dieser gemeinsamen Anstrengung teilnehmen; und um so viele Leute wie möglich darauf aufmerksam zu machen, habe ich den Film HOME gedreht. ...”:
Bei bloßer “Emotionalisierung”, wie es meist bei heutigen Film- und Musik-Projekten der Fall ist und irgendwie ja auch in unserer Betroffenheitsdemokratie schon zur politischen Alltagspraxis gehört, darf es jedoch nicht bleiben. Als Menschen besitzen wir im Gegensatz zu den höher entwickelten Säugetieren das Vermögen, die eigenen Gefühle zu reflektieren. Von daher müssen wir unsere Gefühle durchaus wahr- und ernstnehmen. Die folgende Eigenart von Gefühlen ist dabei zu berücksichtigen:
Gefühle sind für uns wichtige Signalgeber. Gefühle können jedoch niemals Ratgeber sein. Rat kann uns letztendlich nur die Vernunft geben!
Nur eine Vernunft, deren Weisheit die LIEBE ist, befähigt uns auch dazu, vom zwanghaften Blick auf das oberflächlich Schöne abzulassen. Diese Blickänderung ist von größter Dringlichkeit, damit wir in unserer kranken Gesellschaft auch wieder lernen, das tiefgründig Hässliche unseres Lebens bewusst wahrzunehmen. Denn nur wer sich der Gefahr stellt, der kann ihr auch begegnen! Kindern sei es zugestanden, dass sie vom goldigen Glanz eines Gesteins fasziniert sind und dabei nicht unterscheiden, ob es sich jetzt um echtes Gold oder nur um Katzengold (Pyrit) handelt. Erst mit Zunahme an Jahren und Erfahrung sollte es dem heranwachsenden Menschen zunehmend gelingen, dass er sozusagen auch hinter den “Glanz des Goldes” zu schauen vermag und damit sein Urteilsvermögen bildet. Nur so lernt der Mensch zwischen “wertvoll” und “wertlos” zu unterscheiden. Ebenso verhält es sich auch mit dem “Schönen” und “Hässlichen” auf dieser Welt. Der erwachsene Mensch muss dazu im Stande sein, sich nicht nur vom oberflächlich Schönen blenden zu lassen, sondern er muss auch den Mut haben auf das Hässliche und Gefährliche dieser Welt zu schauen. Er muss dem Anblick des Fürchterlichen Stand halten können. Ein reifer Mensch darf sich in der Not nicht wie ein Kind von seinen negativen Gefühlen überwältigen lassen. Ein Vater darf sich um seines Kindes willen nicht von der Gefahr aus Angst abwenden, sondern er muss sich dieser stellen. Nur so kann er auch sein Kind schützen. Unseren Kindern und Kindeskindern gegenüber ist deshalb das unreife und feige Verhalten der gegenwärtigen Generation von Verantwortungs- und Entscheidungsträger moralisch zutiefst verwerflich. Kindern sei es von Natur aus zugedacht, behütet aufzuwachsen und das Schöne dieser Welt zu erleben (vgl. z.B. Astrid Lindgrens Kinderbücher). Dem Erwachsenen muss es in seiner Verantwortung dagegen zugemutet werden dürfen, dass er sich auch dem Hässlichen dieser Welt tapfer entgegenstellt. Die moralische Pflicht, nicht vor dem Hässlichen dieser Welt zu fliehen, bedarf allerdings einer Vernunft des Guten, also einer Vernunft, die in der Liebe zu Gott und den Menschen eingebettet ist. Nur in einem unerschütterlichen Gottvertrauen wird der erwachsene Mensch, angesichts all des unfassbar Bösen und Unmenschlichen auf dieser Welt, nicht gleich in einen Zustand von lähmender Angst und chaotischer Panik verfallen. Zur robusten Wahrnehmung eines gereiften Menschen gehört es nun mal auch, die Welt nicht nur wie sie einem gerne erscheint, sondern die Welt so wie sie ist, sehen zu lernen: nämlich den Tag und die Nacht unseres Lebens, das Schöne und das Hässliche auf dieser Welt, vor allem auch das Gute und das Böse im und unter den Menschen. Letzten Endes führt uns die Frage nach der Gefährdung der MENSCHHEIT zum PERSÖNLICHEN GEWISSEN. Es betrifft also unmittelbar die Alleinverantwortlichkeit und Freiheit des Einzelnen vor Gott und den Menschen. Die Würde des Menschen die untrennbar mit dem persönlichen Gewissen und einem kultivierten Schuldbewusstsein im Zusammenhang steht, entwächst einer Dialektik aus Freiheit und Verantwortung und hat viel mit dem regen Gebrauch unseres Verstandes zu tun. Aus der Grunderfahrung von eigener Würde heraus, vermag der Menschen auch sein eigenes Leben vertrauensvoll in “Gottes Hand” zu legen. Dieses Urvertrauen gibt eine persönliche Antwort auf die Frage nach der MENSCHHEIT in uns: “Wer bin ICH, GOTT, dass DU meiner gedenkst?” Nur derjenige Mensch nämlich, der sich von GOTT als bedingungslos geliebt erfährt, vermag auch die LIEBE GOTTES zu sich selbst wie zum anderen Menschen in ihrer ganzen Größe und Unfassbarkeit entfalten. Ein persönliches Gewissen, das sich vorwiegend an der “Schuld” orientiert, ist für die lebendige Entfaltung von GOTTES LIEBE in uns unabdingbar. Das schuldorientierte Gewissen entspringt dem menschlichen Vermögen, die eigenen Gefühle bewusst wahrzunehmen und zu reflektieren, wie z.B. die Vitalempfindungen Schmerz, Angst, Ekel und Scham. Mit diesen vier Urgefühlen erzog man bisher mehr schlecht als recht und vor allem auch größtenteils unbewusst den Menschen. Diese zu hinterfragende natürliche Pädagogik gilt es, angesichts der Gefährdung unserer Lebensgrundlage, in Zukunft mit den oben angedeuteten “natürlichen Erziehungsgewalten” systematisch zu reflektieren und zu erforschen und zudem mit der Kultivierung eines Bewusstseins von Schuld untrennbar in Verbindung zu setzen. Denn hinsichtlich möglicher “Erziehungsgewalten”, entspricht wohl im positiven Sinne diejenige Erziehungsmethode am ehesten der Würde des Menschen, die es versteht, über den bewussten Umgang des Kindes mit Schmerz, Angst, Ekel und Scham hinaus, gerade beim Heranwachsenden auch ein differenziertes Bewusstsein von Schuld zu entwickeln. Es ist wohl die edelste und höchstentwickeltste Erziehungsmethode zugleich, die es versteht, bei erzieherischen Maßnahmen vor allem das “Schuldbewusstsein” anzusprechen, bevor sie auf “Scham- und Ekelgefühle” zurückgreift, oder gar noch “Angst und Schmerz” zur Disziplinierung einsetzt.
Der gewissenhafte Reflexionsprozess einer Person, auch das Bedenken seiner Schuldhaftigkeit, ist in letzter Konsequenz der vernünftige Ausdruck von MENSCHHEIT in uns. Bewusstes menschheitliches Reflektieren, das auf einem entwickelten Schuldbewusstsein aufbaut und dem auch ein ausgebildetes Gewissen innewohnt, bedarf im alltäglichen Miteinanderlebenmüssen immer der vernünftigen Orientierung und notfalls auch der persönlichen Umkehr. Was die grundsätzliche Neuorientierung im Hinblick auf das Denken betrifft, so ist der philosophische AnsatzvonProf. Johannes Heinrichs in Methode und Systematik wohl ein erster Schritt in die richtige Richtung. Dieser geniale Denkansatz muss jedoch noch inhaltlich mit einer Menschheits-Pädagogik (wie oben angedeutet) in Einklang gebracht werden. Um diese moralische Brücke zu bauen, bedarf es des Verweises auf einen durch und durch vernünftigen Menschen, der uns allen vorzüglich Rat geben kann, wenn es um die gelingende Entfaltung von MENSCHHEIT in uns geht:
JESUS VON NAZARETH hatte damals bei seinen Zeitgenossen die MENSCHHEIT mit dem folgenden Wort eingefordert:
Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe. (Mt 3,2; auch Mt 4,17; Mk 1,15)
Und in der Tat haben die Menschen in den darauf folgenden zwei Jahrtausenden angefangen umzudenken. Die Geschichte des Christentums erzählt uns von dieser grundlegenden Umkehr und Neuorientierung an der MENSCHHEIT in uns. Diese UMKEHR IM DENKEN ist untrennbar mit der Kultivierung eines Schuldbewusstseins verbunden und entwächst letztlich dem Glauben an die Auferstehung: “Ihr seid mit Christus auferweckt; darum strebt nach dem, was im Himmel ist, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt. Richtet euren Sinn auf das Himmlische und nicht auf das Irdische!” (Kol 3,1-2) Der Glaube an die Auferstehung besagt: Die MENSCHHEIT soll in CHRISTUS eins werden. In letzter Konsequenz bedeutet das für unseren Glauben: Wir müssen in unserem Denken die MENSCHHEIT immer mehr mit CHRISTUS in Einklang bringen.
Heute stehen wir also wiederum an einer Zeitenwende, die der Umkehr der MENSCHHEIT auf CHRISTUS hin bedarf. Die von Jesus eingeforderte Entscheidung ist immer noch wegweisend: “Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.”(Mt 6,24; Lk 16,13). Die gegenwärtige Finanzkrise ist nur ein allzu deutlicher Fingerzeig auf die Verirrung der MENSCHHEIT in unserer Tagen. Wird der Dienst am Mammon vom Menschen zum Gottesdienst erklärt, dann liegt diesem Absolutheitsanspruch eine teuflische Theorie wie auch Praxis zu Grunde. Dieser falsche Gottesdienst zeitigt auf Erden menschengemachtes Leid, d.h. Schuld und Sünde:
Eine teuflische Theorie zeitigt: einen bösen Glauben -> ein schlechtes Denken -> die falschen Gedanken = Schuld
Eine daraus abgeleitete teuflische Praxis zeitigt dann: das böse Werk -> das schlechte Handeln -> die falsche Tat = Sünde
Die MENSCHHEIT hat sich gegenwärtig, um des Mammon willen, hoffnungslos in Schuld und Sünde verstrickt. Von daher beherrscht böser Glaube die Welt und prägt böses Werk unser alltägliches Leben. Auch in einer Zeit, in der so immer mehr das Böse die Menschen vereinnahmt, gilt für jeden von uns dennoch auch weiterhin das Angebot Gottes : Ob gerufen oder nicht gerufen, GOTT wird da sein. Jesus hat es uns gelehrt und mit seinem Leben dafür bezahlt, dass Gott den Menschen bedingungslos liebt. Gott liebt uns also schon lange bevor wir seiner Liebe gewahr werden. Wenn wir uns selbst bewusst von Gott als bedingungslos geliebt erfahren, können wir Gott lieben und den nächsten lieben, wie uns selbst. Von daher müssen wir JESU WORT absolutes Vertrauen schenken: “Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!” (Joh 15,9) Wenn wir in der LIEBE JESU uns dazu entscheiden, Gott ganz zu dienen, dann ist dieser Gottesdienst unseres Lebens mit dem folgenden Wort umfassend beschrieben:
Der Würde des Menschen dienen und den Nächsten lieben wie sich selbst!
Aus dem Dienst an Gott geht dann auch eine göttliche Theorie wie auch Praxis hervor: Dieser wahre Gottesdienst zeitigt unter den Menschen dann Erlösung, also die dazu notwendige Gnade und rettendes Heil:
Eine göttliche Theorie zeitigt: einen guten Glauben -> ein helfendes Denken -> die richtigen Gedanken = Gnade
Eine daraus abgeleitete göttliche Praxis zeitigt dann: das gute Werk -> das helfende Handeln -> die richtige Tat = Heil
Diese neue innere und äußere Ausrichtung der MENSCHHEIT im globalen Prozess Gerechter Friede, Gott um der Gnade und des Heiles willen in Würde und Liebe zu dienen, entspricht genau dem, was im Kolosserbrief mit dem Streben nach dem, “was im Himmel” ist, angesprochen wird. Hier verschmilzt die tiefste Sehnsucht des Menschen nach Frieden mit dem Willen Gottes zu einer lebendigen seelischen Einheit, aus der ausreichend Gutes auf Erden hervorgeht, um so das Böse zu überwinden. Von daher ist Gerechter Friede der Schlüsselbegriff für die Umkehr der Menschheit von heute. Eine grundlegende und nachhaltige Umkehr der Menschheit, die sich ausschließlich am Gerechten Frieden orientiert, kann letzten Endes aber nur durch Bildung und Erziehung herbeigeführt werden. Daher bedarf es einer grundlegend neuen Pädagogik, die auf der Ganzheit des Menschen, also auf seiner Würde aufbaut. Von dieser menschheitlichen Grundlage, also von der Würde des Menschen ausgehend, leiten sich folgende aufeinander aufbauende ganzheitliche Bildungsziele ab:
1. Körperbildung
2. Charakterbildung
3. Willensbildung
4. Gewissensbildung
Diese neue Pädagogik nenne ich Menschheits-Pädagogik. Die bisherige (naturwissenschaftlich orientierte) natürliche Pädagogik schult in erster Linie kausales Denken. Die äußerst komplexen Probleme der Zukunft erfordern jedoch ganzheitliche Lösungsansätze. Von daher muss mittels einer neuen Pädagogik vor allem auch kreativ-ganzheitliches Denken gefördert werden. Durch eine von Grund auf erneuerte christliche Lebensgestaltung kann eine solche systemische Menschheits-Pädagogik verwirklicht werden. Das daraus hervorgehende neue Miteinanderleben in Würde baut auf den folgenden vier urmenschlichen Grundvermögen auf. Diese müssen Schritt für Schritt, und zwar von Kindheit an, beim heranwachsenden menschlichen Individuum durch entsprechende Erziehung und Bildung entfaltet und gefördert werden:
1. robust-sensibles Wahrnehmen und Reagieren
2. sicher-behutsames Urteilen und Beurteilen
3. kreativ-ganzheitliches Reflektieren und Denken
4. glaubwürdig-gewissenhaftes Reden und Handeln
Die geistige Nahrung, die wir um unserer Würde willen durch Erziehung und Bildung erhalten, ist im Prozess von Gerechter Friede für uns Menschen genauso wichtig wie das “Brot”, das wir täglich zum Essen brauchen. Dass alle an der Menschheit orientierte Pädagogik letzten Endes Gottes Wort bedarf, darauf hat schon Jesus verwiesen:
Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt. Aus dem Evangelium nach Matthäus 4,4 oder aus dem Evangelium nach Lukas 4,4.
Durch Jesus Christus spricht Gott sein Wort zu uns. Was der Würde des Menschen umfassend entspricht, das wurde bereits von Jesus im VaterUnser benannt. Damit der einzelne für sich einen Begriff von der Unantastbarkeit menschlicher Würde entwickelt, ist das persönliche Sprechen dieses Urgebets der Christenheit in der ersten Person sehr hilfreich - in gewisser Weise also das VaterMein:
Mein Vater im Himmel. Dein Name, er werde geheiligt. Dein Reich, es komme. Dein Wille, er geschehe wie im Himmel so auch auf Erden.
Gib mir das, was ich täglich wirklich zum Leben brauche. Und vergib mir meine Schuld, wie auch ich vergebe meinen Schuldigern. Und führe mich nicht in Versuchung, sondern erlöse mich von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und Kraft und die Herrlichkeit. Amen.
In diesem persönlichen Grundgebet geht es um die eigene Würde, die in “Ich-und-mein-Gott” ihren tragenden Grund hat. Das ursprüngliche VaterUnser, so wie es uns Jesus vor bald 2000 Jahren gelehrt hat, ist dagegen der tragende Grund für die Anerkennung und den Respekt vor der Würde eines jeden Menschen. Durch das VaterUnser in der Glaubensgemeinschaft, also dem “Wir-und-unser-Gott”, realisiert sich das Bewußtsein von einem Miteinanderleben in Würde. Würde und Vertrauen stehen untrennbar miteinander in Verbindung. Keine Gesellschaft kann ohne ein Mindestmaß an der Ressource “Vertrauen” über längere Zeit bestehen. Jede Misstrauenskultur führt in ihrer Eigendynamik eine Gesellschaft früher oder später in den sicheren Untergang. Von daher bedarf es gerade in unseren Tagen einer ganzheitlichen Diskussion um die Würde des Menschen. Und für das Miteinanderreden in Bezug auf Menschenwürde gilt es das folgende zu beachten:
Für die Würde des Menschen gibt es keine umfassendere und aktuellere Definition als das Gebet des VaterUnsers!
Meiner Einsicht nach, kann ohne das VaterUnser in unserem modernen Rechtsstaat der vorstaatliche Artikel 1,1 GG in seiner ursprünglichen Aussage “Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt” nicht mehr erfasst werden. Das immerwährende Gebet des VaterUnsers bildet so gesehen für die ganze Rechtsauslegung unserer Verfassung und die davon abgeleitete Gesetzgebung das unverrückbare moralische Fundament. Schon die Bitte im VaterUnser “Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern” als notwendiges moralisches Korrektiv für die Goldene Regel, offenbart uns, um welche menschheitliche Dimension es beim VaterUnser eigentlich geht. Bedenken wir dies gerade angesichts des 60ten Jahrestages unseres Grundgesetzes am 23. Mai diesen Jahres. Hüten wir uns auch in Zukunft vor einer Gesetzgebung, die die eigentlich christlichen Wurzeln unseres Rechtsdenkens versucht auszublenden.
Soweit skizzenhaft angedeutet ein neuer pädagogischer Ansatz, dem eine zukünftige Menschheits-Ethik zu Grunde liegt. An anderer Stelle aber dann mehr dazu.
ANFRAGE: Liebe Leserin, lieber Leser! Möchte Sie mit mir weitergehend darüber nachdenken, wie denn eine neue Menschheits-Pädagogik würdevoll entfaltet und verwirklicht werden könnte?