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NEUES DENKEN - NEUES LEBEN
„Christusjünger sollen mit dem Salz übernatürlicher Werte andre vor sittlicher Fäulnis bewahren, ihnen aber nicht das Leben versalzen. Ihr Licht soll leuchten, nicht blenden.“ (Franz Jägerstätter)
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LIEBE
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BESONNEN- HEIT
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GERECHTIG- KEIT
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KLUG- HEIT
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TAPFER- KEIT
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HOFFNUNG
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GLAUBE
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Das Kreuz der MENSCHHEIT
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ERLÖSUNG
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VERSÖHNUNG
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UMKEHR
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VERGEBUNG
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SCHULD
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Das Kreuz des HEILS
Der vernünftige Weg zum wahren CHRIST-SEIN
Die folgende, viergegliederte Stufung meiner Schau vom Leben des Menschen in Würde und Liebe, baut darauf auf, dass es ohne Würde keine Liebe gibt! Dies ist auch der tiefere Grund dafür, dass nur aus solch’ einem Leben in Würde und Liebe, also aus der “Menschheit” der wahre Frieden unter den Menschen hervorzugehen vermag. Nach dem berühmten Philosophen Immanuel Kant geht der wahre Frieden aus der “Menschheit” hervor. (vgl. dazu insbesondere seine Schriften: “Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft” und “Zum ewigen Frieden. Ein philosophischer Entwurf”; ebenfalls meine Gedanken zu “Aufklärung und Menschwerdung”) Diesen “wahren Frieden”, der aus der Menschheit kommt, hat - schon lange vor Kant - in einem unvergleichlich tiefen und zugleich göttlichen Sinne ein Jesus von Nazareth verheißen:
“Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch.” (Joh 14,27)
Die gestufte Lebens- und Friedensschau versuche ich hier aus einer vernünftigen Mischung der Christologie des Apostel Paulus und der Philosophie des Denkers Immanuel Kant heraus zu entwickeln. Letztlich dreht sich dabei alles um den Kern des christlichen Glaubens im Kontext von MENSCHHEIT, also um JESUS CHRISTUS - denn in CHRISTUS offenbart sich uns Menschen von heute wie schon zur Zeit des Apostel Paulus die Mitte der befreienden Botschaft eines Jesus von Nazareth.
Vom Saulus zum Paulus - Vom jüdischen Kollektiv zum einzig wahren Kollektiv “Menschheit”
Das Denken des Philosophen Immanuel Kant dreht sich letzten Endes um einen umfassenden Begriff von “MENSCHHEIT”. Bald zweitausend Jahre vorher jedoch, verwirklichte dieses Denken jenseits von Kollektiven, schon der Apostel Paulus in seiner Christologie. In seinem Bemühen, CHRISTUS zu verkünden, geht der “Apostel der Völker” immer von einer Menschheit aus, die uns ohne Ausnahme in jedem Menschen begegnet. Dieser Menschheit in Person war Paulus anscheinend in einem Jesus von Nazareth begegnet. Nach dieser erkenntnisreichen Begegnung bei Damaskus veränderte sich seine Denkrichtung um 180° und im Anschluss auch sein ganzes Leben. (vgl. dazu auch: „Denken verändert die Welt!“ und das Verständnis von „Umkehr“)
Vor seinem Damaskuserlebnis (vgl. Apg 9,3-9; 2 Kor 12,2-3), sozusagen als „Saulus“, dachte dieser doch gebildete und anscheinend auch äußerst gesetzestreue Mensch, noch in Kollektiven. Er sah also den „Juden“, der sich grundsätzlich auf dem richtigen Glaubensweg befand und er sah den „Christen“, der vom richtigen Glauben abgekommen war. Saulus Denkweise in Kollektiven trieb diesen „gesetzestreuen Juden“ sogar soweit, dass er in seiner Selbstgerechtigkeit zu der Überzeugung kam, nun selbst Sorge dafür tragen zu müssen, dass diese im Glauben verirrten Menschen notfalls sogar mit Gewalt ins einzig wahre jüdische Kollektiv zurückgeholt werden müssen (Gal 1,13). Man denke in diesem Zusammenhang auch an die Motivation eines unvorstellbar grausamen Handelns der Kirche im Mittelalter gegenüber sogenannten „Ketzern“.
Das Denken in Kollektiven, wenn es sich unreflektiert verselbständigt und sich sogar noch verabsolutiert, dann wird ein solches falsches Denken früher oder später des Menschen im wahrsten Sinne des Wortes unwürdig! Gegenwärtig führen uns beispielsweise fundamentalistische Islamisten in schamloser Selbstgerechtigkeit mit menschenverachtenden Selbstmordattentaten diese entmenschlichende Denkweise in Kollektiven nur zu deutlich vor Augen. Von daher gilt es allemal, diese fatale Denkweise gerade in unseren Tagen wieder aufs Neue zu enthüllen.
Wir bräuchten in unserer heillosen Zeit sozusagen ein neues DAMASKUS-ERLEBNIS! ... und zwar in allen Religionen dieser Welt!
Mit einem Zitat aus Karl Jaspers Büchlein: “Die Schuldfrage” aus dem Jahre 1946 kann diese Enthüllung einer schamlosen Denkweise in Kollektiven auf gar treffliche Art und Weise vorgenommen werden: „Die Denkform, die Menschen in Kollektiven anzuschauen, zu charakterisieren und zu beurteilen, ist ungemein verbreitet. Solche Charakteristiken – etwa der Deutschen, der Russen, der Engländer – treffen nie Gattungsbegriffe, unter denen die einzelnen Menschen subsumiert werden können, sondern Typenbegriffe, denen sie mehr oder weniger entsprechen. Die Verwechslung der gattungsmäßigen mit der typologischen Auffassung ist das Zeichen des Denkens in Kollektiven: d i e Deutschen, d i e Engländer, d i e Norweger, d i e Juden – und beliebig weiter: die Friesen, die Bayern – oder: die Männer, die Frauen, die Jugend, das Alter. Daß durch die typologische Auffassung etwas getroffen wird, darf nicht zu der Meinung verführen, jedes Individuum erfaßt zu haben, wenn man es als durch jene allgemeine Charakteristik getroffen betrachtet. Das ist eine Denkform, die sich durch die Jahrhunderte zieht als ein Mittel des Hasses der Völker und Menschengruppen untereinander. Diese den meisten leider natürliche und selbstverständliche Denkform haben die Nationalsozialisten in der bösesten Weise angewendet und durch ihre Propaganda den Köpfen eingehämmert. Es war, als gäbe es keine Menschen mehr, sondern nur noch jene Kollektive.“(S. 38f.)
Dieses aktuelle Beispiel, das das gefährliche Denken in Kollektiven verdeutlicht, bringt uns zurück zum Apostel Paulus und öffnet uns die Augen für das die Welt verändernde Damaskuserlebnis. Damals wurde Saulus, in diesem folgenreichen Ereignis zu Damaskus, wohl die folgende sehr tiefgreifende Erkenntnis zuteil: „Alle Menschen sind gleich!“ (vgl. dazu dann auch weiter unten: “Der Blick aufs Kreuz und sich selbst”) Diese grundlegende Erkenntnis lässt Paulus dann im weiteren Verlauf seines Lebens zum „Apostel der Heiden“ werden. Mit Karl Jaspers Worten gesagt, hatte der gesetzestreue Mensch Saulus anscheinend umfassend erkannt, dass es letzen Endes auf dieser Welt keine richtigen oder falschen Kollektive gibt, sondern es kann nur ein einziges absolutes Kollektiv geben: nämlich die Menschheit. Diese grundlegende paulinische Erkenntnis bündelt sich uns hier in der Frage „Warum verfolgst Du mich?“ (Apg 8,4) – also Saulus, sage mir, warum verfolgst du die MENSCHHEIT?!
Aus dieser menschheitlichen Grundkenntnis folgt dann auch die umfassende Einsicht, dass die Menschheit jedem Menschen dieser Welt, in jeder anderen menschlichen Person wie auch in der eigenen Person begegnet. Aber in ganz vollkommener und unvergleichlicher Art und Weise, hat sich anscheinend für Paulus die Menschheit ganz in diesem Jesus von Nazareth geoffenbart – also dem CHRISTUS. Von daher ist für ihn konsequenterweise auch JESUS CHRISTUS im wahrsten Sinne des Wortes „der Erstgeborene“ (vgl. Röm 8,29; auch Kol 1,15; Kol 1,18f). Letztendlich hatte also ein innerer persönlicher Paradigmenwechsel, den gesetzestreuen Saulus zum menschheitsliebenden Paulus werden lassen! ... die Begegnung mit CHRISTUS im Damaskuserlebnis hat Paulus zum Apostel berufen (1 Kor 15,8-10), zu einem Menschen, der damit in und auf CHRISTUS getauft wurde, zu einem, der von daher gar nicht mehr anders konnte als JESUS CHRISTUS nun auch den Nichtjuden zu verkünden (Röm 15,16): “Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!” (1 Kor 9,16)
Diese grundsätzliche Umkehr des Denkens – weg vom richtigen oder falschen Kollektiv, hin zum einzig wahren Kollektiv „Menschheit“ –, das war die eigentliche „Taufe“ des Apostels, war das Damaskuserlebnis schlechthin, war seine „Auferstehung in Christus“, die ihm die Welt, sein Leben und vor allem die Menschen nun mit ganz neuen Augen sehen lehrte und ihn anscheinend „unsterblich lebendig“, bis in unsere Zeit hinein hält (vgl. Paulusjahr). Seine neue (moralische) Denkweise jenseits von Kollektiven, also die einzig vernünftige Denkrichtung „der Mensch als …“ tritt uns beispielsweise in der folgenden Äußerung besonders deutlich entgegen: „Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid «einer» in Christus Jesus.“ (Gal 3,28; oder auch Kol, 3,11; zudem vgl. auch; Röm 1,14; Röm 3,9; Röm 10,12; 1 Kor 12,13; u.v.a.)
In gewisser Weise wurden anscheindend auch die anderen Apostel gerade durch ihr “Menschsein” in CHRISTUS vereint. Das zeigt beispielsweise die Begegnung des Apostel Petrus mit dem Hauptmann Kornelius und der Frage nach dem, was rein oder unrein ist: “Als nun Petrus ankam, ging ihm Kornelius entgegen und warf sich ehrfürchtig vor ihm nieder. Petrus aber richtete ihn auf und sagte: Steh auf! Auch ich bin nur ein Mensch. Während er sich mit ihm unterhielt, ging er hinein und fand dort viele Menschen versammelt. Da sagte er zu ihnen: Ihr wißt, daß es einem Juden nicht erlaubt ist, mit einem Nichtjuden zu verkehren oder sein Haus zu betreten; mir aber hat Gott gezeigt, daß man keinen Menschen unheilig oder unrein nennen darf.” (Apg 10,25-28)
Diese im Damaskuserlebnis eines Saulus beginnende Offenbarung in CHRISTUS, bündelt schließlich wie ein Brennglas auch den wahren und damit auch durch und durch vernünftigen Kern von Jesu befreiendem Evangelium - so jedenfalls meine ganz persönliche Überzeugung. Der Glaube in und an JESUS CHRISTUS, ist der feste Glaube an die unantastbare Würde eines jeden Menschen und die bedingungslose Liebe Gottes - eine Liebe, die sogar den Tod des Menschen zu überwinden vermag. Dieser erlösende und heilbringende Glaube, der durch Jesu Leben, seine Rede und sein Handeln uns mittels paulinischer Christologie bis heute durch GOTTES WORT in der Bibel und die sakramentale TRADITION DER KIRCHE(N) geoffenbart wird, fasse ich mit dem folgenden Wort zusammen:
Deus et dignitas et caritas est. (Gott ist sowohl Würde als auch Liebe)
Mit einem anderen Wort gesagt: Es geht meiner Einsicht nach, bei dem Bekenntnis zu JESUS CHRISTUS also eher um das ”Wie-Jesus-zu-glauben” und weniger um das “An-Jesus-zu-glauben” - denn die Vernunft offenbart es dem Vernünftigen ganz von selbst, dass JESUS CHRISTUS “der Weg und die Wahrheit und das Leben” ist. (Joh 14,6)
Dies alles ist jedoch meine ganz persönliche Erkenntnis im Glauben. Und von daher weiß ich letzten Endes nicht, ob sie auch der Wahrheit und Weisheit Gottes entspricht. So kann ich, nach reiflicher Reflexion und eingehender Prüfung, also nach besten Wissen und Gewissen, nur glauben und hoffen, dass meine Aussagen auch dem Wort Gottes entsprechen. Der Leser möge sie daher kritisch prüfen! Wenn ich nun hier, in aller Öffentlichkeit, dennoch dieses Wort wage, dass Gott nicht nur die Liebe, sondern auch die Würde sei, so verstehe ich mein bisher unerhörtes Wort (das ohne Frage erst einmal der breiten öffentlichen Diskussion bedarf) jedoch ganz im Sinne des Reformators Martin Luther:
“Den Vergil kann keiner verstehen, der nicht fünf Jahre Hirt' oder Bauer gewesen ist.
Den Cicero versteht keiner, der nicht zwanzig Jahre in einem großen Staatswesen tätig gewesen ist.
Die Heilige Schrift glaube keiner genügend erschmeckt zu haben, der nicht hundert Jahre mit Propheten die Gemeinden geleitet hat.
Wir sind Bettler. Das ist wahr.”
Die vier Stufen der “MENSCHHEIT” in “CHRISTUS”
1. Stufe - Der Blick zum “Kreuz” und auf sich selbst (Erntedank): Grundlegendes Bewusstsein im Endlichen entfalten Nach I. Kant: Das Voraussetzen unserer “Tierheit” - entspricht der “Gleichheit”
- d.h. vom Tod ist unser Leben umfangen,
Du aber schau vom Tod auf’s Leben (frei nach Luther)
- Unter der ersten Lebens-Erkenntnis verstehe ich
das absolute Ernstnehmen des Todes.
„Wir sitzen alle im gleichen Boot!“ - Irgendwie ist jeder von uns Menschen an einem x-beliebigen Tag, innerhalb der bisher ungefähr 7.300.000.000.000 Tage (einmal angenommen es gab vor ungef. 20 Milliarden Jahre einen sogenannten Urknall), hier auf dieser schönen Welt angekommen. Keiner von uns wusste zum Zeitpunkt seiner Zeugung, auch nicht zum Zeitpunkt seiner Geburt, von seinem einmaligen “Lebens-Glück”. Erst mit zunehmenden Lebensalter, mit dem “Erwachsenwerden”, wird dann dem einzelnen normalerweise die Einmaligkeit und Verletztlichkeit seines Lebens bewusst. Nicht ohne Grund feiern wir also hoffentlich jedes Jahr wieder aufs Neue unseren Geburtstag... ... Wenn also nun unser einmaliges Leben einigermaßen o.k. verläuft, dann “stolpern” wir wohl mehr schlecht als recht ein paar Jahrzehnte lang durch diese wunderbare Welt, die all das hervorbringt, was unser Körper an Nahrung benötigt und unsere emotionalen Systeme an positiven Sinneseindrücken brauchen (“Nahrung” und “Schönheit” ist somit auch der unmittelbare Bezug zum “Erntedank”). So war es ja schon Abertausende von Generationen vor uns der Fall und es wird wohl hoffentlich abertausende Generationen nach uns ebenfalls der Fall sein.
Vielleicht fragen wir uns während dieser paar Jahrzehnte unseres kurzen Lebens immer wieder von Neuem, warum wir im Alltag eigentlich all die Mühen und Anstrengungen auf uns nehmen - insbesondere dann, wenn wir wieder mal bös’ gefallen sind (= “Kreuz”). Vielleicht stellen wir uns auch eines nicht so schönen Tages die Frage: “Warum bin ich eigentlich auf dieser Welt? Welchen Sinn hat denn mein Leben?” Das Leben kennt/hat/macht/erhält also ohne die Erkenntnis der eigenen Endlichkeit, ohne den individuellen/persönlichen Tod, keinen Sinn. So gibt gerade der unbegreifliche Tod dem Leben Sinn!
Und dennoch, egal, ob wir uns jetzt diese Sinnfrage stellen oder nicht: Ohne jemals genau zu wissen, warum wir eigentlich leben, werden wir dann todsicher eines x-beliebigen Tages innerhalb der nächsten 1.825.000.000.000 Tage (davon ausgehend, dass die Sonne noch ungef. 5 Milliarden Jahre wie bisher “scheint”) aus dieser unfassbar schönen Welt wieder verschwinden. Und zwar jeder von uns auf diesem schönen Erdenrund - egal ob er jetzt diesen Text gelesen hat, oder nicht gelesen hat. So einfach kann Wahrheit sein! Es gibt also eine Wahrheit, die für alle Menschen ohne Ausnahme zutrifft - für uns genauso, wie schon für unsere Vorfahren und für unsere Nachkommen. So gesehen macht der Tod uns Menschen alle gleich - todsicher!
Dieses Bewusstsein von unserer Begrenztheit und Endlichkeit macht alle Menschen zu Sterblichen - Der Tod macht uns, ohne Ansehen der Person, alle gleich!
So macht den Menschen dieses absolute Ernstnehmen des Todes eigentlich erst zum “Menschen”! Ohne dieses Ernstnehmen des Todes gibt es keine Menschwerdung und erst recht keine “Menschheit”! Die “wahre Menschheit” erfordert daher, dass die Menschen dieser Welt wenigstens eine Solidargemeinschaft von Sterblichen bilden - gewissermaßen einen kleinsten gemeinsamen Nenner anerkennen, also dass jedes menschliche Individuum zumindest den Keim für “Menschheit” in das eigene Selbst-Bewußtsein pflanzt.
Auch das Buch des Lebens, die Bibel, beginnt mit diesem Menschheitskeim, mit diesem absoluten Ernstnehmen des Todes: ”Denn Staub bist du, zum Staub mußt du zurück.” (Gen 3,19)
Diese Erkenntnis von der unabänderlichen Endlichkeit und der absoluten Vernichtung des Menschen, spannt schließlich auch den heilsgeschichtlichen Bogen zum letzten Wort Jesu am Kreuz: “Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?” (Mt 27,46; Mk 15,34) Hiermit hat Jesus nicht nur die GOTTHEIT seiner eigenen jüdischen Religion hinter sich gelassen, sondern die GOTTHEITEN aller Religionen dieser Welt. In diesem Schrei bringt Jesus sozusagen sein MENSCH-SEIN zur Vollendung indem er sich mit jedem Menschen gleichsetzt - unabhängig davon, ob jetzt einer an einen Gott glaubt oder nicht glaubt. Im Ruf der Gottverlassenheit überwindet Jesus sozusagen alle Bilder, die sich der Mensch jemals von Gott gemacht hat und machen wird und erfüllt damit das Erste Gebot. In Jesu Gottverlassenheit am Kreuz wird sozusagen die “atheistische Erkenntnis” auf tiefste Art und Weise gebündelt. Die Erkenntnis ist zugleich auch die tiefstgehendste und weitreichendste Erkenntnis der (ganzen) “Menschheit” überhaupt - und sie wird es wohl auch immer bleiben. Der “A-Theismus” unserer Tage dagegen, ist, wenn überhaupt, nur ein billiger Abglanz dieser überreligiösen Erkenntnis. Der moderne Atheismus entspringt meist eher einer pseudophilosophischen Mode und ist oft in einem (versteckten) Neomythos eingebettet, der seiner Grundlegung nach, jeglicher Vernunft entbehrt. In der “Torheit des Kreuzes” (vgl. 1Kor 1,18f) geht es also um den Abschied von der “Gottheit”, geht es um das radikale Beendigen eines Verhältnisses zwischen dem Menschen und einer (unmenschlichen) monotheistischen “Gottheit”. Hier geht es um das Aufkündigen einer theistischen Vorstellung, in der die Gottheit nur mit einem (unnahbaren und unpersönlichen) SIE angesprochen werden kann. Es handelt sich so zu sagen, um den Tod eines monotheistischen Gottes, der in seiner Unnahbarkeit und Allmacht, alles Menschliche zu verschlingen droht - und das im wahrsten Sinne des Wortes (vgl. dazu auch F. Nietzsche, L. Feuerbach). Das Mit-Sterben am Kreuz, ist der erste Schritt des Menschen, der ihn umkehren läßt: weg vom SIE einer fernen Gottheit und hin zum gnadenhaften DU eines menschgewordenen Gottes, der sich uns im völligen Vertrauen auf die Auferstehung Jesu in IHM ganz offenbart. Die Taufe auf Jesu Tod ist der Sprung in den Glauben, dass Gott uns höchstpersönlich mit einem DU anspricht, uns in der Taufe auf Jesus Christus beim Namen ruft: “Wißt ihr denn nicht, daß wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind? Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod; und wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir als neue Menschen leben. Wenn wir nämlich ihm gleich geworden sind in seinem Tod, dann werden wir mit ihm auch in seiner Auferstehung vereinigt sein. Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde und wir nicht Sklaven der Sünde bleiben. Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde. Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden. Wir wissen, daß Christus, von den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod hat keine Macht mehr über ihn. Denn durch sein Sterben ist er ein für allemal gestorben für die Sünde, sein Leben aber lebt er für Gott. So sollt auch ihr euch als Menschen begreifen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus.” (Röm 6,3-11)
Dem Menschen, der umkehrt, wird diese existientiell atheistische Erkenntnis durch die Gnade Gottes geschenkt! Große Mystiker, wie Meister Eckhart, sprechen dann in diesem Zusammenhang gerne davon, daß im Seelengrunde Einung geschieht und so Gottes Sohn im Menschen geboren wird (vgl. dazu unter anderem: Meister Eckhart: Werke I, hg. u. kom. v. Niklaus Largier, in: Haug, Walter (Hg.), Bibliothek des Mittelalters, Bd. 20+21, Frankfurt a.M.1993, Kommentar, S. 858).
Im Grunde ist diese atheistische Erkenntnis auch die Rechtfertigung Martin Luthers für die Reformation des christlichen Glaubens, die der “Freiheit eines Christenmenschen” entwächst, d.h. der Freude über die Befreiung vom (Mono-)Theismus, der Erlösung von der “unmenschlichen Gottheit”, die den Menschen versklavt ihn so mittels “Gottheit” ungleich und unfrei macht, ihn so letztlich seiner Würde beraubt. Es gilt also ungebrochen der Satz der Reformation:
"Wir haben den Glauben an die Autorität durch die Autorität des Glaubens ersetzt."
Das Wort "Evangelium" ist griechisch und heißt auf deutsch: eine fröhliche Botschaft. Denn darin wird die heilsame Lehre des Lebens durch göttliche Zusagung verkündet und Gnade und Vergebung der Sünde angeboten. Darum gehören zum Evangelium nicht Werke, denn es ist nicht Gesetz, sondern allein Glaube, denn es ist einzig und allein die Zusage und das Angebot der göttlichen Gnade. Denn nur wer daran glaubt, der empfängt die Gnade und den heiligen Geist. Dadurch wird das Herz fröhlich und lustig in Gott und tut als dann das Gesetz freiwillig, umsonst, ohne Furcht vor Strafe und ohne Anspruch auf Lohn. Denn es hat an der Gnade Gottes überreichlich genug, wodurch dem Gesetz genüge geschehen ist.
Ein Christ sollte in diesem Reim: Ich lebe und weiß nicht wie lang, ich muss Sterben, weiß auch nicht wann, ich fahr' von dannen, weiß nicht wohin mich wundert, dass ich so fröhlich bin. ... die letzten zwei Verse ändern und mit fröhlichem Mund und Herzen reimen: Ich fahr' und weiß, Gott lob, wohin! Mich wundert, dass ich so traurig bin!
(Text nach Martin Luther, Transkription aus der Dokumentation von Iris Pollatschek und Ingo Witt: Der Himmel wird auf dich fallen. Luther und die Folgen, ZDF 1996)
Realisierungshorizont: Gesundheit / Wirtschaft
Praxisfeld: Medizin
Moralisches Prinzip dabei: Alle Menschen sind gleich!
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2. Stufe - Der Blick zu “Jesus” und zum “Nächsten” (Weihnachten); Grundlegende Toleranz im Miteinander lernen Nach I. Kant: Das Annehmen unserer “Menschheit” - entspricht der “Gerechtigkeit”
- d.h. als Grundlage des menschlichen Miteinanders bedürfen wir in jedem Fall der “Gleichheit”;
diese Gleichheit aller findet in der Achtung und im Respekt vor dem Menschen (vor sich selbst wie vor dem anderen) seinen passenden Ausdruck, denn nur aus dieser Haltung heraus wächst auch die “Gerechtigkeit” (Goldene Regel, 10 Gebote, Tugenden, Art 1,1 GG ..., vgl. auch meine Ausführung zu Europa oder Sternenmantel)
- Unter dieser zweiten Lebens-Erkenntnis verstehe ich
das absolute Ernstnehmen des menschlichen Miteinanders.
Ohne dieses Miteinander-Müssen in Achtung und Respekt gibt es keine Basis für ein gelingendes menschliches Zusammenleben. Dieses Ernstnehmen der Gleichheit des Menschen und seines Miteinander-Müssens in Gerechtigkeit und Barmherzigkeit ist der wahre Grund unseres Vertrauens - der wahre Grund eines gesunden Vertrauens in uns selbst wie zum Fremden. Ohne dieses Grundvertrauen kann gesellschaftliches Leben nicht gelingen. Werfen wir z.B. einmal einen kurzen Blick auf die uralten praktischen Anweisungen aus den Zehn Geboten: “Du sollst neben mir keine anderen Götter haben. ... Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht mißbrauchen ... Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig! ... Ehre deinen Vater und deine Mutter ... Du sollst nicht morden. Du sollst nicht die Ehe brechen. Du sollst nicht stehlen. Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen. Du sollst nicht nach dem Haus deines Nächsten verlangen. Du sollst nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen, nach seinem Sklaven oder seiner Sklavin, seinem Rind oder seinem Esel oder nach irgend etwas, das deinem Nächsten gehört.” (Ex 20,3-17, vgl. dazu auch meine Ausführungen zu den ”Vier Tafeln”) Wieviel anhaltenden negativen sozialen Stress könnten wir Menschen von heute wohl mit einem Leben in Gerechtigkeit vermeiden? Wie “entspannter” wäre wohl unser Alltag, wenn wir uns wieder mehr an diese altbewährten Regeln des Miteinander-Lebens orientieren würden?
Wie würde sich wohl eine sinnvolle Einteilung von Arbeits- und Ruhezeiten in unserer hektischen Marktgesellschaft auswirken, wenn wir das 3. Gebot, um der Würde des Menschen willen, grundsätzlich ernst nehmen: ”Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig!”
Wieviel weniger Mobbing würde es wohl geben, wenn wir uns beispielsweise, um der Würde des Menschen willen, konsequent an das 8. Gebot halten würden: “Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen.”
... oder wenn das 9. und 10. Gebot den Aktionären mit einer ausgeprägten Shareholder-Value-Mentalität und den Managern von Hedge-Fonds, die keine (moralischen) Grenzen mehr kennen, um der Würde des Menschen willen, Einhalt gebieten würde. “Du sollst nicht nach dem Haus deines Nächsten verlangen. Du sollst nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen, nach seinem Sklaven oder seiner Sklavin, seinem Rind oder seinem Esel oder nach irgend etwas, das deinem Nächsten gehört.”
Vgl. Sie zu diesem aktuellen Wahr- und Ernstnehmen der Zehn Gebote auch die Aufsätze im Buch von Klaus Hofmeister und Lothar Bauerochse (Hg.): “Du sollst ... leben! Die zehn Gebote in den ethischen Konflikten der Gegenwart” (Würzburg 2005) - sehr gut zu Lesen und mit das Beste, was ich bisher zu den 10 Geboten mit konkreten Bezug auf unsere Gegenwart gelesen habe!
... und noch ein Beispiel, das mir besonders am Herzen liegt: Wie würde sich wohl unsere gegenwärtige Welt global weiterentwickeln, wenn sich der derzeitige amerikanische Präsident George W. Bush, genauso wie auch jeder Terrorist, der vorgibt im Namen Allahs zu töten, sich, um der Würde des Menschen willen, wenigstens an das 2. Gebot halten würde: “Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht mißbrauchen” (Ex 20,7)?
Gerade Christen sollten in dieser Hinsicht mit gutem Beispiel vorangehen - schon alleine deshalb, weil es in der Geschichte des Christentums mehr als genug abschreckende Beispiele für den Missbrauch von Gottes Namen gab. Und ist dieser Missbrauch von Gottes Namen nicht letztendlich auf eine (mono)theistische Vorstellung Gottes zurückzuführen? Es steht geschrieben: “Du sollst Dir kein Bild von Gott machen!” Ist nicht gerade das falsche Verständnis oder gar das Unverständnis dieses Gebotes der Ursprung so mancher Verirrungen im (mono)theistischen Glauben? (vgl. dazu Ex 20,1-5, Dtn 4,15-19, Dtn 5,8-10)
Nur ein A-Theist vermag wohl ohne das Bild einer Gottheit auskommen, der “Theist” wird dagegen immer wieder aufs Neue versuchen, ein Bild von seiner Gottheit zu malen - wie soll der Theist denn seiner(n) fernen und unmenschlichen Gottheit(en) sonst Lob und Ehre erweisen? War und ist “Aufklärung”, für den Menschen von damals wie von heute, nicht die einzig wirkliche sinnvolle und in der Tat auch befreiende “Bilderstürmerei”?
Wenn nun diese theistische Aufklärung in unserer modernen Informationsgesellschaft, an bestimmten Menschen noch spurlos vorübergeht, dann sollte dies mit Bedauern festgestellt werden. Wenn jedoch ein solch’ (gewollt oder ungewollt) Unaufgeklärter, ein Amt wie der derzeitige amerikanische Präsident innehat, dann hat dieser eine ganz außerordentliche und auch besondere Verantwortung vor Gott und den Menschen. Denn es ist die Frage zu stellen: Wie sollen die Menschen dieser Welt einem angeblich (unaufgeklärten) “christlichen Politiker” Vertrauen schenken, der es - nachdem er mit dem ersten Gebot nicht viel anfangen kann - nicht einmal versteht, sich wenigstens an das zweite von den zehn Geboten zu halten und mit seiner menschenunwürdigen Außenpolitik, Amerika in gewisser Weise zu “Hells Angels der Demokratie” verkommen läßt? (vgl. zu diesem bildhaften Ausdruck die Ereignisse während eines Rolling Stones Konzertes in Altamont im Jahre 1969 und die damit einhergehende Tatsache, daß das “Altamont Free Concert als symbolisches Ende der Unschuld der Hippie-Bewegung und der Unbeschwertheit der 60er Jahre” gilt.) Für jeden aufgeklärten Christen ist es doch eine Schande, wenn nicht gar ein Greuel, dass ein solch’ unaufgeklärter Mensch in aller Öffentlichkeit immer wieder von “Gott” und seiner angeblichen “Mission” spricht! Handelt es sich hier nicht um ein Verunehren von Gottes Namen auf allerhöchster Ebene? In mir erzeugt dieses verantwortungslose Reden und dieses menschenunwürdige Handeln von George W. Bush jedenfalls einen mächtigen (heiligen) Zorn! Für den aufgeklärten Christen gehört das Denken von einem “Gerechten Krieg” in jedem Fall der Vergangenheit an. Einen “Gerechten Krieg” hat es noch nie gegeben und um des Menschen willen wird es auch nie einen geben! Wahre Gerechtigkeit erfordert dagegen eines ernsthaften Nachdenkens über die Ermöglichung von “Gerechten Frieden”. Erst ein solches (politisches) gerechtes Denken in Würde und Liebe - einer Denkweise, die ganz der Menschheit entspricht - wird den Verantwortlichen die richtige Orientierung auch im (militärischen) Handeln geben, wird letzen Endes Menschenrechtspolitik verwirklichen.
Realisierungshorizont: Familie / Politik
Praxisfeld: Recht
Moralisches Prinzip dabei: Wie ich Dir, so Du mir!
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3. Stufe - Der Blick auf die “Auferstehung” und das “Gesetz” (Ostern): Menschengerechte Ganzheitlichkeit im Denken praktizieren Nach I. Kant: Die Entfaltung unserer “Persönlichkeit” - entspricht der “Würde”
- Denk4-Ansatz für das Wahrnehmen, Verstehen, Ordnen und Gestalten
in Bezug auf die natürliche wie technische Umwelt des Menschen, genauso wie seiner gesellschaftlichen und politischen Lebenswelt.
- Unter der dritten Lebens-Erkenntnis verstehe ich
das absolute Ernstnehmen der menschlichen Vernunft.
Vernünftigem Denken liegen allerdings bestimmte einheitliche Denkmuster zu Grunde (Paradigmen). Diese Verschiedenheit im Denken ist in den unterschiedlichen Kulturen zu beobachten. Jedoch können wir gerade in unseren Tagen auch die ersten Ansätze von kulturübergreifenden Denkmustern ausfindig machen (z.B. Wissenschaft und Technik, Ökonomie, Menschenrechte, Klima, ...). Als universales menschheitsverbindendes Paradigma wird sich in Zukunft jedoch das ganzheitliche Denken in “Vierheiten” durchsetzen. Für die Philosophie wurde diese ganzheitliche Art, den Menschen und seine Welt vernünftig zu bedenken, bereits vom Philosophen Johannes Heinrichs grundlegend durchgeführt und zum allgemeingültigen Gebrauch vorbereitet. Auch findet sich seit alters her dieses Viergliederungs-Denken, wohl eher intuitiv, in vielen Wahrnehmungs- und Ordnungsmustern der verschiedensten Kulturen wieder. (Himmelsrichtungen, Jahreszeiten, Lebenszeiten, Sprache, Kardinaltugenden, ...) Auch wenn der Viergliederungs-Ansatz wohl den Mensch und seine Welt am Ganzheitlichsten zu erfassen vermag, so gilt immer, dass auch (Wahrnehmungs- und Denk-)Ordnungen für den Menschen da sind und nicht umgekehrt. Von da her kann vernünftigerweise kein Mensch mehr hinter das Wort Jesu zurück: “Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat.” (Mk 2,27) Dieser Jesuanische Imperativ, dass also das Gesetz um des Menschen willen da ist und nicht der Mensch um des Gesetzes willen, ist die Erfüllung des Gesetzes (Mt 5,17-18) und auch die Grundlage eines christlich ausgeprägten Gewissens. Diese Menschheits-Erkenntnis (vgl. dazu auch den Artikel 1,1 GG) ist der Kern der menschlichen Vernunft und damit die Grundlage für das Auslegen von Gottes Wort, also auch der Grund unseres reflektierten Glaubens und unserem Handeln nach bestem Wissen und Gewissen. In dieser Wahrheit des menschgewordenen Gottes verschmelzen Glaube und Vernunft, Vater und Sohn in- und miteinander (im Sinne von Meister Eckhart u. P. Teilhard de Chardin).
Auch die befremdenden und bisher sehr schwer zugänglichen Worte des Propheten Ezechiel (Ez 1,4-28) erhalten im Kontext der “Viergliederung” einen ganz neuen Verständnis- und Interpretationshorizont. Wahrscheinlich bedarf es aber erst einmal einer grundsätzlich neuen Übersetzung dieser bisher schwer verständlichen Bibelstelle.
Realisierungshorizont: Arbeit / Kultur
Praxisfeld: Bildung
Moralisches Prinzip: Brauch und Sitte ist um des Menschen willen da, und nicht der Mensch um des Brauches und der Sitte willen!
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4. Stufe - Der Blick auf “Christus” und das “Leben” (Pfingsten): Erfüllenden Lebenssinn im Lieben erfahren Die Erfüllung der “Gottheit” in uns - entspricht der “Liebe”
- Lieben und Geliebt werden sind die Erfüllung des Lebens.
Jesu Leben ist der spirituelle Weg, um das persönliche Leben in Liebe zu gestalten.
- Unter der vierten Lebens-Erkenntnis verstehe ich
das absolute Ernstnehmen der bedingungslosen Liebe Gottes.
So spricht Jesus auch zu uns: “Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden.” (Mk 12,30-31). Für dieses absolute Ernstnehmen der Liebe Gottes entäußerte sich Jesus “und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.” (Phil 2,7-8) Der Liebe Gottes begegnen wir Christen nicht nur in der sogenannten “Torheit des Kreuzes” (vgl. 1Kor 1,18f), sondern grundsätzlich ist die Liebe Gottes auch die Weisheit der menschlichen Vernunft. Von daher gründet die menschliche Vernunft in der Würde des Menschen, die Gott dem Menschen in seiner bedingungslosen Liebe schenkt. Diese “göttliche Vernunft”, die die Menschen beim Pfingstereignis erfüllt hat spiegelt sich im “Sprachenwunder” wieder: “Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab” (Apg 2,1-4). Sprache verbindet Menschen untereinander und Sprache kann aber auch Menschen voneinander trennen. Sprache hat ganz zentral etwas mit Vernunft zu tun. Liebe ist die Weisheit der Vernunft. Von daher ist der Heilige Geist, also die Liebe zwischen Vater und Sohn auch das, was das Gespräch zwischen Menschen ermöglicht - auch wenn fremde Sprachen sie bisher trennten. Dieses Gespräch, das die Trennung überwindet - heute würde man (interreligiöser) Dialog dazu sagen oder auch Versöhnung, usw. - steht wiederum in unmittelbarem Zusammenhang zu dem, was wir und unter “Gerechten Frieden” zu bedenken versuchen. Von daher erschließt sich uns auch das Wort Jesu in seiner wahren und sehr aktuellen Dimension: “Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch.” (Joh 14,26)
Aus der Einheit Gottes, der Menschheit, die sich uns ganz neu in der unantastbaren Würde des Menschen offenbart (Art. 1,1 GG) und durch den Sohn im Heiligen Geist, also in der bedingungslosen Liebe zwischen Vater und Sohn ihre ganze Erfüllung findet (vgl. dazu auch Jesuanischer Imperativ), entfaltet sich die a-theistische Dreiheit Gottes, die so der Schöpfung durch “Christus”, also letzen Endes der “Menschheit” ein neues Antlitz verleiht: “Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden.” (1Kor 15,22)
So beginnt der auf den Namen Jesu Christi Getaufte - wie auch einst Jesus selbst - in seinem Herzen zu beten:
Mein Vater im Himmel, dein Name, er werde geheiligt. Dein Reich, es komme, Dein Wille, er geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden.
Gib mir heute das, was ich wirklich zum Leben brauche.
Und vergib mir meine Schuld, wie auch ich vergebe meinen Schuldigern.
Bewahre mich davor, dass ich mich über andere erhebe, und erlöse mich von diesem Ursprung allen Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
So klärt der Christ in diesem persönlichen Gebet sein Verhältnis zu Gott immer wieder aufs Neue - seinem Schöpfer, der ihn bedingungslos liebt und ihn bei seinem Namen gerufen hat, der zu ihm spricht: ”Du gehörst zu mir!” (Jes 43,1)
Das ist die Grundlage des persönlichen Glaubens:
ICH und mein GOTT!
(entspricht dem Verhältnis: MENSCH - GOTT)
Aus diesem immer wieder neu zu klärenden atheistischen und auch sehr persönlichen Glaubens-Verhältnis eines jeden einzelnen aufgeklärten Christen zu seinem Vater im Himmel geht schließlich das hervor, was im “Pfingstereignis” einst Anfang nahm und heute als das “Volk Gottes”, die “Kirche” bezeichnet wird. Durch das persönliche Gebet Jesu führt GOTT die Menschen zusammen und es entsteht das Entscheidende, das typisch Christliche, der gemeinschaftliche Glaube:
WIR und unser GOTT! Und dies ist dann auch die wahre “Gemeinschaft im Glauben”.
(entspricht dem Verhältnis: MENSCHHEIT - GOTT)
In dieser Glaubensgemeinschaft beten wir, wie es uns Jesus gelehrt hat - als vereinten Gedanken unserer Herzen sprechen wir so voll Vertrauen:
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser täglich Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. (nach Mt 6, 9-13)
Und so wird die Kirche Gottes, die aus dem stets atheistisch erneuerten Glauben der vielen einzelnen Getauften in Gemeinschaft hervorgeht, zum Heil der Menschen (entspricht der “EUCHARISTIE”). Allen Menschen dieser Welt wird so durch das aufrichtige Reden und Handeln von aufgeklärten Christen, das Evangelium verkündet:
Gott segnet durch seine bedingungslose Liebe den Menschen in seiner unantastbaren Würde:
Es segnet uns der Vater, denn “als Abbild Gottes hat er den Menschen gemacht.” (Gen 9,6),
durch seinen Sohn, denn er ist der “Weg und die Wahrheit und das Leben” und “niemand kommt zum Vater außer durch” ihn (Joh 14,6-7)
im Hl. Geist, “denn wir haben keinen Geist empfangen, der uns zu Sklaven macht, so dass wir uns immer noch fürchten müssten, sondern wir haben den Geist empfangen, der uns zu Söhnen macht, den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater!” (vgl. Röm 8,15).
AMEN
Realisierungshorizont: Frieden / Ethik
Praxisfeld: Globalisierung
Moralisches Prinzip: Der Würde des Menschen dienen, und sich selbst und den Nächsten lieben!
DAS KIRCHENJAHR-QUATERNIO in Zusammenschau mit den vier Kardinaltugenden
Bitte Leserichtung des Quaternio beachten: GRÜN-BLAU-GELB-ROT! Sehr Wichtig! (Vgl. auch hier)
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OSTERN Klugheit
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PFINGSTEN Tapferkeit
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WEIHNACHTEN Gerechtigkeit / Barmherzigkeit
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ERNTEDANK Besonnenheit / Maßhalten
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Das Feiern des Kirchenjahres heißt in diesem Sinne konkret: Aufgeklärte Christen feiern über das Jahr hinweg die Menschheit!
Zusammenfassung der vier Stufen:
... zu einem Leben in Frieden, ... zu einem Leben in Fülle, ... zum ewigen Leben, ... zum Leben in Gott!
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1. Stufe:
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Der Blick zum “Kreuz” und sich selbst (Erntedank - Besonnenheit) Grundlegendes Bewusstsein im Endlichen entfalten Das Voraussetzen unserer “Tierheit” entspricht der “Gleichheit” Beachte: Alle Menschen sind gleich!
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2. Stufe:
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Der Blick zu “Jesus” und zum “Nächsten” (Weihnachten - Barmherzigkeit) Grundlegende Toleranz im Miteinander lernen Das Annehmen unserer “Menschheit” entspricht der “Gerechtigkeit” Beachte: Wie ich Dir, so Du mir!
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3. Stufe:
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Der Blick auf die “Auferstehung” und das “Gesetz” (Ostern - Klugheit) Menschengerechte Ganzheitlichkeit im Denken praktizieren Die Entfaltung unserer “Persönlichkeit” entspricht der “Würde” Beachte: Brauch und Sitte ist um des Menschen willen da und nicht der Mensch um des Brauches und der Sitte willen!
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4. Stufe:
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Der Blick auf “Christus” und das “Leben” (Pfingsten - Tapferkeit) Erfüllenden Lebenssinn im Lieben erfahren Die Erfüllung der “Gottheit” in uns entspricht der “Liebe” Beachte: Der Würde des Menschen dienen und sich selbst und den Nächsten lieben!
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... und so erfüllt sich das Wort:
Deus et dignitas et caritas est. (Gott ist sowohl Würde als auch Liebe)
... als Wahrheit der Menschheit.
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