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Das Projekt “GERECHTER FRIEDE”
orientiert sich am folgenden Leitsatz:
Der Würde des Menschen dienen und sich selbst und und den Nächsten lieben!
Die folgenden Ausführungen auf dieser Homepage, gehen letztlich alle aus einer Art formalisiert-systematischen Denkens hervor, dem ich den Namen: “denk4” gegeben habe. Diese denk4-Brille habe ich im Laufe des letzten Jahrzehnts entwickelt. Mit dem denk4-Ansatz entstand aber zugleich auch das, was ich in der Sprache der Neuzeit gerne mit “ganzheitlichem Wissensmanagement” überschreiben würde. In diesem allumfassenden Organisieren von Wissen gilt ohne Wenn und Aber:
Der Mensch ist das Maß aller Dinge!
Dies zeigt sich dann auch in der unglaublich faszinierenden fraktalen Ordnung, die durch die denk4-Brille im Großen, wie auch im Kleinen entdeckt werden kann - und das im wahrsten Sinne des Wortes: Einerseits spiegelt sich in den Ordnungen von Gesellschaft das ganze Wesen des Menschen wieder und andererseits spiegelt sich in der Ordnung eines einzelnen Menschen das ganze Wesen von Gesellschaft wider. Es wird beispielsweise einerseits einsehbar, warum gerade “Schmerz” der Nabel des ganzen menschlichen Bewusstseins und Denkens ist, und andererseits kann die - vielleicht dem ersten Eindruck nach - etwas ungewöhnliche Frage: “Was haben eigentlich Schmerz und Wirtschaft miteinander zu tun?”, mit Hilfe dieses Denksystems im Zusammenhang vernünftig beantwortet werden.
Die folgende Übersicht soll dem Leser als weiteres konkreteres Beispiel dienen, welch’ gewaltige Tragweite der denk4-Ansatz prinzipiell zu entfalten vermag.
Überblick über den Denkansatz der “Konstruktiven Aufklärung:
Mehr zu meinem denk4-Ansatz, der den Menschen immer in seiner Ganzheit, also letztlich in seiner Würde zu erfassen versucht, finden sie hier unter folgendem Logo auf meiner Homepage www.denk4.de:
MENSCHHEIT
Ein Kenner von Immanuel Kant bin ich sicherlich nicht. Jedoch wuchs in mir, soweit ich mich mit dessen Schriften befaßt habe, immer mehr die Überzeugung, dass es dem großen Philosophen vor allem um einen Begriff geht: MENSCHHEIT. In all seinen Schriften “kreist” Kant irgendwie gedanklich immer wieder um die Größe dieses Begriffes in und außer des Individuums, versucht er der MENSCHHEIT ganzheitlich Rechnung zu tragen. Persönlich sehe ich auch die prinzipielle Möglichkeit das Denken des Christentums mit dem Denken Kants mittels Vernunft zu verbinden, indem der Begriff von MENSCHHEIT und CHRISTUS zusammengedacht wird. Meiner Einsicht nach wird sowohl in der Theologie (=Christentum) wie in der Philosophie (=Humanismus), also zwei sehr unterschiedlich ausgeprägten und durchaus berechtigten Denktraditionen, die gleiche Größe des Menschen bedacht, nämlich:
CHRISTUS = MENSCHHEIT im schematischen Überblick
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ICH MENSCHHEIT
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LIEBE
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WÜRDE
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Lust
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Neugier
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Haben
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Wille
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Selbstliebe
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Nächstenliebe
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Freiheit
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Verantwortung
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körperlicher Genuss emotionaler Genuss intellektueller Genuss spiritueller Genuss
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körperliches Interesse emotionales Interesse intellektuelles Interesse spirituelles Interesse
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Glaube Hoffnung Vernunft Liebe
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Besonnenheit Gerechtigkeit Klugheit Tapferkeit
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Inneres Glück
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Äußeres Glück
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Innerer Frieden
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Äußerer Frieden
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Sozialgestalt der Liebe (= Ideal von Kirche)
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Sozialgestalt der Würde (= Ideal von Staat)
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Moral und Gewissen
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Recht und Pflicht
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WIR MENSCHHEIT
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DU MENSCHHEIT
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MENSCHHEIT BEI KANT
Vom Menschheits-Begriff Kants ausgehend, könnte obige Menschheits-Tabelle für das Neubedenken von “CHRISTUS” in der heutigen Theologie und damit auch für den sogenannten “Interreligiösen Dialog” eine durchaus vernünftige Hilfestellung sein. Aus diesem Grunde stelle ich dem interessierten Leser noch eine Auswahl von Zitaten aus den verschiedensten Werken Kants vor, in denen uns dieser große (Vor-)Denker der MENSCHHEIT begegnet:
Die verwendete Quelle: Immanuel Kant: Werke in zwölf Bänden. Herausgegeben von Wilhelm Weischedel. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1977. (= Kant-Werke)
Schreibweise von “Menschheit” in den Zitaten zwecks der Hervorhebung durch meine Person in “MENSCHHEIT” geändert.
"Ein Gewächs, ein Tier, die regelmäßige Anordnung des Weltbaues (vermutlich also auch die ganze Naturordnung) zeigen deutlich, daß sie nur nach Ideen möglich sein; daß zwar kein einzelnes Geschöpf, unter den einzelnen Bedingungen seines Daseins, mit der Idee des Vollkommensten seiner Art kongruiere (so wenig wie der Mensch mit der Idee der MENSCHHEIT, die er sogar selbst als das Urbild seiner Handlungen in seiner Seele trägt), daß gleichwohl jene Ideen im höchsten Verstande einzeln, unveränderlich, durchgängig bestimmt, und die ursprünglichen Ursachen der Dinge sind, und nur das Ganze ihrer Verbindung im Weltall einzig und allein jener Idee völlig adäquat sei." (Kritik der reinen Vernunft. Kant-Werke Bd. 3, S. 324f)
“Die MENSCHHEIT, in ihrer ganzen Vollkommenheit, enthält nicht allein die Erweiterung aller zu dieser Natur gehörigen wesentlichen Eigenschaften, welche unseren Begriff von derselben ausmachen, bis zur vollständigen Kongruenz mit ihren Zwecken, welches unsere Idee der vollkommenen MENSCHHEIT sein würde, sondern auch alles, was außer diesem Begriffe zu der durchgängigen Bestimmung der Idee gehöret; denn von allen entgegengesetzten Prädikaten kann sich doch nur ein einziges zu der Idee des vollkommensten Menschen schicken. Was uns ein Ideal ist, war dem Plato eine Idee des göttlichen Verstandes, ein einzelner Gegenstand in der reinen Anschauung desselben, das Vollkommenste einer jeden Art möglicher Wesen und der Urgrund aller Nachbilder in der Erscheinung.” (Kritik der reinen Vernunft, Kant-Werke Bd. 4, S. 513)
“Ein Mensch kann zwar für seine Person, und auch alsdann nur auf einige Zeit, in dem, was ihm zu wissen obliegt, die Aufklärung aufschieben; aber auf sie Verzicht zu tun, es sei für seine Person, mehr aber noch für die Nachkommenschaft, heißt die heiligen Rechte der MENSCHHEIT verletzen und mit Füßen treten.” (Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?, Kant-Werke Bd. 11, S. 58)
“Handle so, daß du die MENSCHHEIT, sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden andern, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchest. “ (Grundlegung zur Metaphysik der Sitten., Kant-Werke Bd. 7, S. 61)
“Drittens, in Ansehung der zufälligen (verdienstlichen) Pflicht gegen sich selbst ist's nicht genug, daß die Handlung nicht der MENSCHHEIT in unserer Person, als Zweck an sich selbst, widerstreite, sie muß auch dazu zusammenstimmen. Nun sind in der MENSCHHEIT Anlagen zu größerer Vollkommenheit, die zum Zwecke der Natur in Ansehung der MENSCHHEIT in unserem Subjekt gehören; diese zu vernachlässigen, würde allenfalls wohl mit der Erhaltung der MENSCHHEIT, als Zwecks an sich selbst, aber nicht der Beförderung dieses Zwecks bestehen können.” (Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, Kant-Werke Bd. 7, S. 62)
“Das moralische Gesetz ist heilig (unverletzlich). Der Mensch ist zwar unheilig genug, aber die MENSCHHEIT in seiner Person muß ihm heilig sein. In der ganzen Schöpfung kann alles, was man will, und worüber man etwas vermag, auch bloß als Mittel gebraucht werden; nur der Mensch, und mit ihm jedes vernünftige Geschöpf, ist Zweck an sich selbst.” (Kritik der praktischen Vernunft, Kant-Werke Bd. 7, S. 210)
“Hält nicht einen rechtschaffenen Mann im größten Unglücke des Lebens, das er vermeiden konnte, wenn er sich nur hätte über die Pflicht wegsetzen können, noch das Bewußtsein aufrecht, daß er die MENSCHHEIT in seiner Person doch in ihrer Würde erhalten und geehrt habe, daß er sich nicht vor sich selbst zu schämen und den inneren Anblick der Selbstprüfung zu scheuen Ursache habe?” (Kritik der praktischen Vernunft, Kant-Werke Bd. 7, S. 211)
“Daß, in der Ordnung der Zwecke, der Mensch (mit ihm jedes vernünftige Wesen) Zweck an sich selbst sei, d.i. niemals bloß als Mittel von jemanden (selbst nicht von Gott), ohne zugleich hiebei selbst Zweck zu sein, könne gebraucht werden, daß also die MENSCHHEIT in unserer Person uns selbst heilig sein müsse, folgt nunmehr von selbst, weil er das Subjekt des moralischen Gesetzes, mithin dessen ist, was an sich heilig ist, um dessen willen und in Einstimmung mit welchem auch überhaupt nur etwas heilig genannt werden kann. Denn dieses moralische Gesetz gründet sich auf der Autonomie seines Willens, als eines freien Willens, der nach seinen allgemeinen Gesetzen notwendig zu demjenigen zugleich muß einstimmen können, welchem er sich unterwerfen soll.” (Kritik der praktischen Vernunft, Kant-Werke Bd. 7, S. 263f)
“Nur das, was den Zweck seiner Existenz in sich selbst hat, der Mensch, der sich durch Vernunft seine Zwecke selbst bestimmen, oder, wo er sie von der äußern Wahrnehmung hernehmen muß, doch mit wesentlichen und allgemeinen Zwecken zusammenhalten, und die Zusammenstimmung mit jenen alsdann auch ästhetisch beurteilen kann: dieser Mensch ist also eines Ideals der Schönheit, so wie die MENSCHHEIT in seiner Person, als Intelligenz, des Ideals der Vollkommenheit, unter allen Gegenständen in der Welt allein fähig.” (Kritik der Urteilskraft, Kant-Werke Bd. 10, S. 151)
“Also ist das Gefühl des Erhabenen in der Natur Achtung für unsere eigene Bestimmung, die wir einem Objekte der Natur durch eine gewisse Subreption (Verwechselung einer Achtung für das Objekt statt der für die Idee der MENSCHHEIT in unserm Subjekte) beweisen, welches uns die Überlegenheit der Vernunftbestimmung unserer Erkenntnisvermögen über das größte Vermögen Sinnlichkeit gleichsam anschaulich macht.” (Kritik der Urteilskraft, Kant-Werke Bd. 10, S. 180f)
“Ein teilnehmender Schmerz, der sich nicht will trösten lassen, oder auf den wir uns, wenn er erdichtete Übel betrifft, bis zur Täuschung durch die Phantasie, als ob es wirkliche wären, vorsätzlich einlassen, beweiset und macht eine weiche aber zugleich schwache Seele, die eine schöne Seite zeigt, und zwar phantastisch, aber nicht einmal enthusiastisch genannt werden kann. Romane, weinerliche Schauspiele, schale Sittenvorschriften, die mit (obzwar fälschlich) sogenannten edlen Gesinnungen tändeln, in der Tat aber das Herz welk, und für die strenge Vorschrift der Pflicht unempfindlich, aller Achtung für die Würde der MENSCHHEIT in unserer Person und das Recht der Menschen (welches ganz etwas anderes als ihre Glückseligkeit ist), und überhaupt aller festen Grundsätze unfähig machen; selbst ein Religionsvortrag, welcher kriechende, niedrige Gunstbewerbung und Einschmeichelung empfiehlt, die alles Vertrauen auf eigenes Vermögen zum Widerstande gegen das Böse in uns aufgibt, statt der rüstigen Entschlossenheit, die Kräfte, die uns bei aller unserer Gebrechlichkeit doch noch übrig bleiben, zu Überwindung der Neigungen zu versuchen; die falsche Demut, welche in der Selbstverachtung, in der winselnden erheuchelten Reue, und einer bloß leidenden Gemütsfassung die Art setzt, wie man allein dem höchsten Wesen gefällig werden könne: vertragen sich nicht einmal mit dem, was zur Schönheit, weit weniger aber noch mit dem, was zur Erhabenheit der Gemütsart gezählt werden könnte.” (Kritik der Urteilskraft, Kant-Werke Bd. 10, S. 199ff)
“Das, was allein eine Welt zum Gegenstande des göttlichen Ratschlusses, und zum Zwecke der Schöpfung machen kann, ist die MENSCHHEIT (das vernünftige Weltwesen überhaupt) in ihrer moralischen ganzen Vollkommenheit, wovon, als oberster Bedingung, die Glückseligkeit die unmittelbare Folge in dem Willen des höchsten Wesens ist. - Dieser allein Gott wohlgefällige Mensch »ist in ihm von Ewigkeit her«; die Idee desselben geht von seinem Wesen aus; er ist sofern kein erschaffenes Ding, sondern sein eingeborner Sohn; »das Wort (das Werde!), durch welches alle andre Dinge sind, und ohne das nichts existiert, was gemacht ist« (denn um seinet, d.i. des vernünftigen Wesens in der Welt willen, so wie es seiner moralischen Bestimmung nach gedacht werden kann, ist alles gemacht). - »Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit.« - »In ihm hat Gott die Welt geliebt« und nur in ihm und durch Annehmung seiner Gesinnungen können wir hoffen, »Kinder Gottes zu werden«; u.s.w.” (Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft, Kant-Werke Bd. 8, S. 712)
“Da aber das Reich, in welchem Prinzipien machthabend sind (sie mögen nun gut oder böse sein), nicht ein Reich der Natur, sondern der Freiheit ist, d.i. ein solches, in welchem man über die Sachen nur in sofern disponieren kann, als man über die Gemüter herrscht, in welchem also niemand Sklave (Leibeigner) ist, als der, und solange er es sein will: so war eben dieser Tod (die höchste Stufe der Leiden eines Menschen) die Darstellung des guten Prinzips, nämlich der MENSCHHEIT, in ihrer moralischen Vollkommenheit, als Beispiel der Nachfolge für jedermann. Die Vorstellung desselben sollte und konnte auch für seine, ja sie kann für jede Zeit vom größten Einfluss auf menschliche Gemüter sein, indem es die Freiheit der Kinder des Himmels und die Knechtschaft eines bloßen Erdensohns in dem allerauffallendsten Kontraste sehen läßt. Das gute Prinzip aber ist nicht bloß zu einer gewissen Zeit, sondern von dem Ursprunge des menschlichen Geschlechts an unsichtbarerweise vom Himmel in die MENSCHHEIT herabgekommen gewesen (wie ein jeder, der auf seine Heiligkeit und zugleich die Unbegreiflichkeit der Verbindung derselben mit der sinnlichen Natur des Menschen in der moralischen Anlage Acht hat, gestehen muß) und hat in ihr rechtlicherweise seinen ersten Wohnsitz.” (Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft, Kant-Werke Bd. 8, S. 738f)
"3. »Stehende Heere (miles perpetuus) sollen mit der Zeit ganz aufhören.«
Denn sie bedrohen andere Staaten unaufhörlich mit Krieg, durch die Bereitschaft, immer dazu gerüstet zu erscheinen; reizen diese an, sich einander in Menge der Gerüsteten, die keine Grenzen kennt, zu übertreffen, und, indem durch die darauf verwandten Kosten der Friede endlich noch drückender wird als ein kurzer Krieg, so sind sie selbst Ursache von Angriffskriegen, um diese Last loszuwerden; wozu kommt, daß zum Töten, oder getötet zu werden in Sold genommen zu sein einen Gebrauch von Menschen als bloßen Maschinen und Werkzeugen in der Hand eines andern (des Staats) zu enthalten scheint, der sich nicht wohl mit dem Rechte der MENSCHHEIT in unserer eigenen Person vereinigen läßt. Ganz anders ist es mit der freiwilligen periodisch vorgenommenen Übung der Staatsbürger in Waffen bewandt, sich und ihr Vaterland dadurch gegen Angriffe von außen zu sichern. - Mit der Anhäufung eines Schatzes würde es eben so gehen, daß er, von andern Staaten als Bedrohung mit Krieg angesehen, zu zuvorkommenden Angriffen nötigte (weil unter den drei Mächten, der Heeresmacht, der Bundesmacht und der Geldmacht, die letztere wohl das zuverlässigste Kriegswerkzeug sein dürfte; wenn nicht die Schwierigkeit, die Größe desselben zu erforschen, dem entgegenstände).” (Zum ewigen Frieden. Ein philosophischer Entwurf, Kant-Werke Bd. 11, S. 198)
“Daß der Verstorbene nach seinem Tode (wenn er also nicht mehr ist) noch etwas besitzen könne, wäre eine Ungereimtheit zu denken, wenn der Nachlaß eine Sache wäre. Nun ist aber der gute Name ein angebornes äußeres, obzwar bloß ideales Mein oder Dein, was dem Subjekt als einer Person anhängt, von deren Natur, ob sie mit dem Tode gänzlich aufhöre zu sein, oder immer noch als solche übrig bleibe, ich abstrahieren kann und muß, weil ich, im rechtlichen Verhältnis auf andere, jede Person bloß nach ihrer MENSCHHEIT, mithin als homo noumenon wirklich betrachte, und so ist jeder Versuch, ihn nach dem Tode in übele falsche Nachrede zu bringen, immer bedenklich, obgleich eine gegründete Anklage desselben gar wohl statt findet (mithin der Grundsatz: de mortuis nihil nisi bene, unrichtig ist), weil gegen den Abwesenden, welcher sich nicht verteidigen kann, Vorwürfe auszustreuen, ohne die größte Gewißheit derselben, wenigstens ungroßmütig ist.” (Die Metaphysik der Sitten, Kant-Werke Bd. 8, S. 410)
“Es ist ihm Pflicht: sich aus der Rohigkeit seiner Natur, aus der Tierheit (quoad actum), immer mehr zur MENSCHHEIT, durch die er allein fähig ist, sich Zwecke zu setzen, empor zu arbeiten: seine Unwissenheit durch Belehrung zu ergänzen und seine Irrtümer zu verbessern, und dieses ist ihm nicht bloß die technisch-praktische Vernunft zu seinen anderweitigen Absichten (der Kunst) anrätig, sondern die moralisch-praktische gebietet es ihm schlechthin und macht diesen Zweck ihm zur Pflicht, um der MENSCHHEIT, die in ihm wohnt, würdig zu sein.” (Die Metaphysik der Sitten, Kant-Werke Bd. 8, S. 517)
“Ohne alles moralische Gefühl ist kein Mensch; denn, bei völliger Unempfänglichkeit für diese Empfindung, wäre er sittlich tot und, wenn (um in der Sprache der Ärzte zu reden) die sittliche Lebenskraft keinen Reiz mehr auf dieses Gefühl bewirken könnte, so würde sich die MENSCHHEIT (gleichsam nach chemischen Gesetzen) in die bloße Tierheit auflösen und mit der Masse anderer Naturwesen unwiederbringlich vermischt werden. - Wir haben aber für das (sittlich-) Gute und Böse eben so wenig einen besonderen Sinn, als wir einen solchen für die Wahrheit haben, ob man sich gleich oft so ausdrückt, sondern Empfänglichkeit der freien Willkür für die Bewegung derselben durch praktische reine Vernunft (und ihr Gesetz), und das ist es, was wir das moralische Gefühl nennen.” (Die Metaphysik der Sitten, Kant-Werke Bd. 8, S. 531)
“Die MENSCHHEIT in seiner Person ist das Objekt der Achtung, die er von jedem anderen Menschen fordern kann; deren er aber auch sich nicht verlustig machen muß. Er kann und soll sich also, nach einem kleinen so wohl als großen Maßstabe, schätzen, nachdem er sich als Sinnenwesen (seiner tierischen Natur nach), oder als intelligibles Wesen (seiner moralischen Anlage nach) betrachtet. Da er sich aber nicht bloß als Person überhaupt, sondern auch als Mensch, d.i. als eine Person, die Pflichten auf sich hat, die ihm seine eigene Vernunft auferlegt, betrachten muß, so kann seine Geringfähigkeit als Tiermensch dem Bewußtsein seiner Würde als Vernunftmensch nicht Abbruch tun, und er soll die moralische Selbstschätzung in Betracht der letzteren nicht verleugnen, d.i. er soll sich um seinen Zweck, der an sich selbst Pflicht ist, nicht kriechend, nicht knechtisch (animo servili), gleich als sich um Gunst bewerbend, bewerben, nicht seine Würde verleugnen, sondern immer mit dem Bewußtsein der Erhabenheit seiner moralischen Anlage (welches im Begriff der Tugend schon enthalten ist); und diese Selbstschätzung ist Pflicht des Menschen gegen sich selbst.” (Die Metaphysik der Sitten, Kant-Werke Bd. 8, S. 569)
"§ 12 Mehr oder weniger kann man diese Pflicht, in Beziehung auf die Würde der MENSCHHEIT in uns, mithin auch gegen uns selbst, in folgenden Beispielen kennbar machen. - Werdet nicht der Menschen Knechte. - Laßt euer Recht nicht ungeahndet von anderen mit Füßen treten. - Macht keine Schulden, für die ihr nicht volle Sicherheit leistet. - Nehmt nicht Wohltaten an, die ihr entbehren könnt, und seid nicht Schmarotzer, oder Schmeichler, oder gar (was freilich nur im Grad von dem Vorigen unterschieden ist) Bettler. Daher seid wirtschaftlich, damit ihr nicht bettelarm werdet. - Das Klagen und Winseln, selbst das bloße Schreien bei einem körperlichen Schmerz ist euer schon unwert, am meisten, wenn ihr euch bewußt seid, ihn selbst verschuldet zu haben: Daher die Veredlung (Abwendung der Schmach) des Todes eines Delinquenten durch die Standhaftigkeit, mit der er stirbt. - Das Hinknien oder Hinwerfen zur Erde, selbst um die Verehrung himmlischer Gegenstände sich dadurch zu versinnlichen, ist der Menschenwürde zuwider, so wie die Anrufung derselben in gegenwärtigen Bildern; denn ihr demütigt euch alsdann nicht unter einem Ideal, das euch eure eigene Vernunft vorstellt, sondern unter einem Idol, was euer eigenes Gemächsel ist.” (Die Metaphysik der Sitten, Kant-Werke Bd. 8, S. 571)
"C. Die Verhöhnung - § 44 Die leichtfertige Tadelsucht und der Hang, andere zum Gelächter bloß zu stellen, die Spottsucht, um die Fehler eines anderen zum unmittelbaren Gegenstande seiner Belustigung zu machen, ist Bosheit, und von dem Scherz, der Vertraulichkeit unter Freunden, sie nur zum Schein als Fehler, in der Tat aber als Vorzüge des Muts, bisweilen auch außer der Regel der Mode zu sein, zu belachen (welches dann kein Hohnlachen ist), gänzlich unterschieden. Wirkliche Fehler aber, oder, gleich als ob sie wirklich wären, angedichtete, welche die Person ihrer verdienten Achtung zu berauben abgezweckt sind, dem Gelächter bloß zu stellen, und der Hang dazu, die bittere Spottsucht (spiritus causticus), hat etwas von teuflischer Freude an sich und ist darum eben eine desto härtere Verletzung der Pflicht der Achtung gegen andere Menschen. Hievon ist doch die scherzhafte, wenn gleich spottende Abweisung der beleidigenden Angriffe eines Gegners mit Verachtung (retorsio iocosa) unterschieden, wodurch der Spötter (oder überhaupt ein schadenfroher aber kraftloser Gegner) gleichmäßig verspottet wird, und rechtmäßige Verteidigung der Achtung, die er von jenem fordern kann. Wenn aber der Gegenstand eigentlich kein Gegenstand für den Witz, sondern ein solcher ist, an welchem die Vernunft notwendig ein moralisches Interesse nimmt, so ist es, der Gegner mag noch so viel Spötterei ausgestoßen, hiebei aber auch selbst zugleich noch so viel Blößen zum Belachen gegeben haben, der Würde des Gegenstandes und der Achtung für die MENSCHHEIT angemessener, dem Angriffe entweder gar keine oder eine mit Würde und Ernst geführte Verteidigung entgegen zu setzen.” (Die Metaphysik der Sitten, Kant-Werke Bd. 8, S. 605f)
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