DENK4 DEUS ET DIGNITAS ET CARITAS EST

In Deutschland wurde uns zwar durch den Artikel 1,1 GG ein wahrlich festes Rechts-Fundament gegeben. Aber wir modernen Menschen neigen immer mehr und unübersehbar dazu, unseren „Kopf“ in einen anscheinend sich selbst vergrößernden Sandhaufen von “Nebensächlichkeiten” zu stecken. Zeit für ernsthaftes und aufrichtiges Miteinanderreden bleibt dann meistens nicht. Dieses ganze erbärmliche und entwürdigende Gebaren überschreiben wir heutzutage leichtfertig mit „Geschäftigkeit“. Diese soll signalisieren, wie wichtig und unentbehrlich doch der Einzelne in dieser zunehmend entmenschlichten „monetären Schnelllebigkeit“ ist – und sei es nur das berühmt-berüchtigte Klingeln des Handys während einer Beerdigung. Vor daher gilt es, sich ganz persönlich mit dem folgenden Gedanken auseinanderzusetzen:

Die unabdingbare Voraussetzung für den Prozess “Gerechter Friede” heißt:

Wir müssen wieder wirkliches Miteinanderreden lernen!

Es geht angesichts der unaufhaltsam voranschreitenden Globalisierung erst einmal darum, dass wir uns hier in Deutschland miteinander geistig zurechtfinden. Jeder von uns hat seinen kleineren oder größeren Anteil an dem gesellschaftlichen Versagen, das die nachfolgenden Generationen vor riesengroße, wenn nicht gar unlösbare Probleme stellt:
Die Wiederkehr der "Sozialen Frage", Vernachlässigung der konsequenten Förderung von Familie und Bildung, Arbeitslosigkeit auf Grund von schamloser Gewinnmaximierung und unverantwortlichen Spekulationen (Hegdefonts, Shareholdervalue), Staatsverschuldung, maßlose Verschwendung der natürlichen Ressourcen (Öl, Wasser, …), Umweltzerstörung, Klimakatastrophe, Verbreitung von (Klein-)Waffen und Landminen, zunehmender „Gewaltmarkt“, organisiertes Verbrechen, ..., Wiederbelebung des Denkens vom "Gerechten Krieg", Aufrüstung, internationaler Terrorismus.

Nach christlicher Überzeugung gibt es aus dieser todbringenden Entwicklung, die zunehmend gewaltsamere Konflikte hervorruft, nur noch einen einzigen Ausweg: Den Prozess „Gerechter Friede“ konsequent voranzutreiben. Wir müssen ohne wenn und aber: Umdenken! Die einzige Denkweise der Zukunft, die der Würde des Menschen entspricht, lautet von daher:

"Wenn du den Frieden willst, dann bereite den Frieden vor!"

Jeder muss mit dem was er da jeden Tag an unterschiedlichsten Informationen und Eindrücken aufsammelt auf seine Weise umgehen. Einerseits darf er sich in dieser Informations- und Ereignisflut nicht von der aktiven Teilnahme am Prozess „Gerechter Friede“ abbringen lassen. Zum anderen muss er sich davor hüten, voreilig zu einem Denken vom „Gerechten Krieg“ zurückzukehren. Von daher gilt: Das Aufgenommene darf nicht einfach nur hingenommen werden, sondern es muss kritisch erwogen werden. Der Einzelne sollte nicht einfach nur widersprechen, sondern eher versuchen, das Wahrgenommene sich zu vergegenwärtigen und zu prüfen. Wie dieses überall und bei jedem Einzelnen stattfindet, das ist letztendlich auch das Ethos der Atmosphäre, in der wir hier in Deutschland leben.

Wirkliches Miteinanderreden muss gelernt werden:

Das heißt, wir wollen nicht nur unsere Meinung wiederholen, sondern hören, was der andere denkt. Wir wollen nicht nur behaupten, sondern im Zusammenhang nachdenken, auf Gründe hören, bereit bleiben, zu neuer Einsicht zu kommen. Wir wollen den andern gelten lassen, uns innerlich versuchsweise auf den Standpunkt des andern stellen. Ja, wir wollen das uns Widersprechende geradezu aufsuchen. Der Gegner ist zum Erreichen der Wahrheit wichtiger als der Einstimmende. Das Ergreifen des Gemeinsamen im Widersprechenden ist wichtiger als die voreilige Fixierung von sich ausschließenden Standpunkten, mit denen man die Unterhaltung als aussichtslos beendet.

Es ist so leicht, entschiedene Urteile affektbetont zu vertreten; es ist schwer, ruhig zu vergegenwärtigen und mit Wissen um alle Gegenstände das Wahre zu sehen. Es ist leicht, mit trotzigen Behauptungen die Kommunikation abzubrechen; es ist schwer, unablässig über Behauptungen hinaus in den Grund der Wahrheit einzudringen. Es ist leicht, eine Meinung aufzugreifen und festzuhalten, um sich weiteren Nachdenkens zu überheben; es ist schwer, Schritt für Schritt voranzukommen und niemals weitere Fragen zu verwehren.

Wir müssen die Bereitschaft zum Nachdenken wiederherstellen gegen die Neigung, alles gleichsam in Schlagzeilen plakatiert schon fertig zu haben. Dazu gehört, dass wir uns nicht berauschen in Gefühlen der Macht, des Stolzes, der Verzweiflung, der Ohnmacht, der Empörung, des Trotzes, der Rache, der Verachtung, sondern dass wir diese Gefühle auf Eis legen und sehen, was wirklich ist. Wir müssen solche Gefühle suspendieren, um das Wahre in der Würde des Menschen zu erblicken, um liebend in der Welt zu sein.

Vom wirklich Miteinanderreden gilt aber ebenso:

Es ist leicht, alles unverbindlich zu denken und sich nie zu entscheiden; es ist schwer, in der Helligkeit allseitig offenen Denkens den wahren Entschluss zu fassen. Es ist leicht, durch Reden sich um die Verantwortung zu drücken; es ist schwer, den Entschluss unbedingt, aber ohne Eigensinn, festzuhalten. Es ist leicht, jederzeit in der Situation dem geringsten Widerstand zu folgen; es ist schwer, in der Führung durch den unbedingten Entschluss durch alle Beweglichkeit und Biegsamkeit des Denkens den entschiedenen Weg einzuhalten.

Diese Schwierigkeiten lassen uns nach entgegengesetzten Seiten in die Irre geraten. Wir kommen nicht weiter, wenn wir die eben geschilderten Abgleitungen der einen Seite gegen die der anderen ausspielen. Es gibt auch nicht das Mittlere. Wenn wir wirklich miteinander vermögen zu reden, dann trägt und führt uns im Gespräch ein gemeinsames geistiges Fundament: Es ist das Menschsein das es uns ermöglicht dem anderen zu vertrauen. Es ist das Menschsein das Vertrauen verdient.

Die richtige Denkweise eines wirklichen Miteinanderredens ist:

„Der Mensch als …“

Diese neue und eigentlich doch so uralte Sichtweise (vgl. “Der Mensch ist das Maß aller Dinge!”) möchte ich exemplarisch einmal kurz für den Soldaten der Bundeswehr andeuten. Vielleicht wird gerade im Kontext der Transformation der Bundeswehr (dazu Konkreters hier) die Tragweite der Aussage von “Der Mensch als xxx” am deutlichsten sichtbar. Angesichts der angeblichen “Beschleunigung der Zeit” (Hartmut Rosa) muss das Wesen des Menschen als “ruhende Mitte” wieder neu entdeckt werden. Gerade einer Rieseninstitution wie die Bundeswehr, liegt auch im Zuge der Transformation die folgende Sichtweise zugrunde: “Der Soldat als Mensch”.

Das Denken “xxx als Mensch” liegt in der Natur der Sache und findet sich in jedem staatlichen oder wirtschaftlichen Unternehmen, aber ebenso in kirchlichen Einrichtungen. So kann beispielsweise in einem Unternehmen von der “Putzfrau als Mensch” oder dem “Direktor als Mensch” die Rede sein. Aber auch in der Katholischen Kirche findet das Denken, sich (vielleicht ausschließlich) über den Beruf zu definieren: der “Priester als Mensch” oder der “Bischof als Mensch” - ja selbst vom “Papst als Mensch” ist die Rede. Allerdings allein schon der Gedanke: “Der Mensch als Papst” zeigt die eigentliche Tiefendimension der hier angedachten neuen Sichtweise auf. Ja, gerade der “Mensch” also solcher, ist eben nicht die “Rolle” oder das “Amt”, welche/s er im Laufe seines Lebens ausfüllt, die/das er sogar auch noch wechseln kann! Der Mensch also solcher ist und bleibt die “ruhende Mitte” des menschlichen und damit auch des ganzen gesellschaftlichen Lebens. Diese “ruhende MItte” im Wesen des Menschen entspricht durchaus der “ruhenden Mitte”, die wir im Wesen der “Natur” versuchen zu finden. Auf die Natur ist eben Verlass! Diese tiefe Sehnsucht nach “innerer Ruhe” hat wohl im umfassenderen Sinne auch mit der zuverlässigen Ordnung der Natur zu tun - hat damit zu tun, dass uns zunehmend die guttuende Ordnung im menschlich-sozialen Bereich abhanden kommt. Gerade in den “beschleunigten” Industrienationen mit ihrer ausgeprägten Mißtrauenskultur, flüchten daher Arbeiter, Angestellte und Selbständige in ihrer Freizeit wie unter Zwang in natürliche oder künstliche “Paradiese”. Diese “Mobilität” ist uns wahrlich sehr viel wert! Es stellt sich vor diesem Hintergrund des freizeitlichen Fluchtgedankens die berechtigte Frage: Gibt es keine “menschlichen Paradiese” mehr? .(Familie, Freunde, Gemeinschaften, Gesellschaften, ...). Hier zeigt sich letzten Endes die fatale Auswirkung eines gesellschaftlichen Rollenspiels, das zunehmend den Hauptdarsteller, nämlich den “Menschen”, aus dem Blick verliert. Dieses un-menschliche Denken kann uns auch dann bewusst werden, wenn wir zum Beispiel einmal über unsere “Geschlechterrolle” nachdenken: “Die Frau als Mensch!” oder “Der Mensch als Frau!” - “Der Mann als Mensch!” oder “Der Mensch als Mann!”. Die sogenannte Gender-Diskussion gibt uns da ungewollt einen gar deutlichen Fingerzeig auf die weitaus tieferliegende Problematik unserer bisherigen Denkweise, die da langsam aber sicher ins Stolpern gerät. Wir können hier auch gleich weiter über die “Rolle” unseres Elternseins nachdenken: “Die Mutter als Mensch!” oder der “Mensch als Mutter!”, der “Mensch als Vater”, ... auch “Erzieher” und “Lehrer” können sich mittels dieses einfachen Gedankenspiels bezüglich ihrer “Rolle” und der von “Schülern” in unserer Gesellschaft, so einiges an heute fragwürdigem Selbstverständnis bewusst machen.

Innerhalb dieses oben kurz beleuchteten gesellschaftlichen Rollenspiels befindet sich, wie eingangs angedeutet, auch der Soldat/die Soldatin der Bundeswehr. Eine Armee braucht ihrem Selbstverständnis nach vor allem “Soldaten”. Diese Sichtweise liegt auf der Hand. So wird folgerichtig gemäß den militär-strategischen Anforderungen das Bild vom Soldaten entworfen. Der “Mensch” als solcher, steht hier vorerst hinten an und tritt nur hinsichtlich von “Fürsorge” in Erscheinung. So auch das diffiziel-heikle Thema: “Vereinbarkeit von Familie und Beruf”. Gerade auch durch die zunehmenden Auslandseinsätze der Soldaten und Soldatinnen, kommt aber die bisherige Denkweise: “Der Soldat als Mensch”, besonders heftig ins Stolpern. Auf der  Suche nach schneller Lösung des Problems, laufen dann die Verantwortlichen meist ganz unversehens in die monetäre Sackgasse. Logischerweise wird dann der “Gute Rat” in der Regel oft nur sehr teuer!

Welches neue (Nach-)Denken ermöglicht jedoch die Sichtweise: “Der Mensch als Soldat” freizusetzen? Dies ist im übrigen auch die einzige legitime Denkweise, wenn wir hier einen Blick auf unsere Verfassung (vgl. dazu 1,1 GG) werfen. Im Grunde genommen ist also die bisherige Denkweise: “Der Soldat als Mensch” schlicht und ergreifend nicht verfassungskonform! Aber dies wäre wieder ein anderes Thema und würde uns hier nur vom wirklichen Miteinanderreden wegführen.
Im folgenden nur eine vage Andeutung davon, wie beispielsweise diese menschlichere Sichtweise durchaus die Vorstellungen von “wahrer Kameradschaft” im Ernstfall prägen kann: Dem „Soldaten“ im Ernstfall zu vertrauen, das dürfte sich gerade in lebensbedrohlichen Situationen schnell als problematisch erweisen. Tiefes Vertrauen kann im Eigentlichen nur unter Menschen wachsen und bestehen. Auf diesem urmenschlichen Fundament “Vertrauen” steht im zivilen Bereich das, was allgemeinhin unter “wahrer Freundschaft” verstanden wird. Im militärischen Bereich, mit seinen besonderen Lebensumständen und Herausforderungen, spricht man dagegen dann von “wahrer Kameradschaft”. Es ist aber gerade im militärischen Kontext das Folgende bewusst zu machen: “Vertrauen” ist ausschließlich ein Vermögen des “Menschen”, nicht des “Soldaten”! Gerade die Vertrauens-Grundlage bezüglich Kameradschaft, führt uns unweigerlich zur Sichtweise vom Menschen, der seine “Rolle” als Soldat bewusst wahrnimmt, gewissenhaft ausbildet und vorbildlich erfüllt. Nur unter Menschen, die als Soldaten nach besten Wissen und Gewissen (innerhalb des Prozesses „Gerechter Friede“) ihren Auftrag erfüllen, wird auch letztendlich das wachsen können, was mit wahrer Kameradschaft überschrieben werden kann. Wirkliches Miteinanderreden baut Vertrauen auf. Gerade auch im Kontext von “Auftragstaktik” (entspricht dem Prinzip der “Inneren Führung”), wie man diese innnerhalb der Bundeswehr seit über 50 Jahren auf allen Ebenen zu verwirklichen versucht. Eine “Auftragstaktik” mit durchschlagendem Erfolg jedoch, die zukünftig auch den anderen Armeen dieser Welt als wirkliches Vorbild dienen kann, die wird es aber nur innerhalb der neuen Sichtweise geben, die da lautet:  “Der Mensch als Soldat!”
Warum? Es geht hier nämlich letzten Endes um das Folgende: Wie bereits ausgeführt, nur der Mensch, der sich als Soldat versteht, ist auch im Stande, wirkliches Miteinanderreden unter Kameraden in die Tat umzusetzen. Wirkliches Miteinanderreden betrifft nämlich immer ganz zentral den (einzelnen) Menschen. Nur Menschen können einander vertrauen, nicht Soldaten! Von daher erklärt sich nun auch der für jedes Militär so entscheidende Blick auf den tapferen Soldaten ganz von selbst: Nur wenn Soldaten sich in ihrem Menschsein untereinander ganz ernst nehmen, dann wird im Wechselgespräch auch jene Stille möglich, in der man unter wahren Kameraden gemeinsam horcht, und hört, was im gegebenen Fall jetzt wirklich wichtig und richtig ist. Im Falle von Ultima Ratio werden dann auf Grund ihrer inneren Verbundenheit, gerade diese Menschen als Soldaten sich in lebensbedrohlichen Kampfhandlungen durch “wahre Tapferkeit” auszeichenen. Wirkliche Tapferkeit entwächst nämlich der wahren Kameradschaft, denn wie heißt es seit alters her: “Gemeinsam sind wir stark!”. Denn letzten Endes gilt im militärischen, polizeilichen, ... wie auch im zivilen Leben:

Einzig der “Mensch” vermag in sich die Tugend von wahrer Tapferkeit entfalten!

 

Wirkliches Miteinanderreden fordert den Respekt vor sich selbst und den anderen:

Als Menschen – egal in welcher “Rolle”, ob jetzt als Staatsbürger in Uniform oder als ein einfacher Staatsbürger – wir wollen durch wirkliches Miteinanderreden versuchen, miteinander den Weg aus dem drohenden Untergang der Menschlichkeit zu finden und zu gehen. Im wirklichen Miteinanderreden spricht der Affekt gegen die Wahrheit des Redenden. Der Philosoph Karl Jaspers führt dazu weiter aus: “Wir wollen daher keinen fanatischen Willen herauskehren, uns auch nicht überschreien. Wir wollen uns nicht pathetisch an die Brust schlagen, um den anderen zu beleidigen, wollen nicht in Selbstzufriedenheit preisen, was nur zur Kränkung des andern gemeint ist. Wir wollen uns nicht gegenseitig Meinungen aufzwingen. Im gemeinsamen Suchen des Wahren aber darf es keine Schranken geben durch schonende Zurückhaltung, keine Milde durch Verschweigen, keinen Trost durch Täuschung. Es gibt keine Frage, die nicht gestellt werden dürfte, keine liebgewordene Selbstverständlichkeit, kein Gefühl, keine Lebenslüge, die zu schützen wären oder die unberührbar wären. Aber erst recht darf es nicht erlaubt sein, sich frech ins Gesicht zu schlagen durch herausfordernde, unbegründete, leichthin gefällte Urteile.” Das Folgende ist in jedem Fall während des klärenden Gesprächs zu beachten:

“Wir gehören zusammen;
wir müssen unsere gemeinsame Sache fühlen,
wenn wir miteinander reden.”

 

Wirkliches Miteinanderreden – die eigentliche Voraussetzung für Menschenrechtspolitik:

Wenn wir Deutsche in Zukunft hoffentlich gelernt haben, miteinander aufrichtig und offen zu reden, dann werden wir auch insgesamt als Volk (einschließlich unser Politiker, Soldaten, Polizisten , Beamten, ..., Unternehmer, ...) wahrhaftiger geworden sein. Das deutsche Volk würde so mit gutem Beispiel in einer Wertegemeinschaft namens Europa vorangehen. Denn nur ein Europa, das sich als wahre Wertegemeinschaft innerhalb des Prozesses „Gerechter Friede“ entfaltet, kann dann auch für die Menschheit zum oft zitierten „moralischen Kompass“ werden.
Der bisherige Weg der Heuchelei und egozentrischen Gewinnsucht ist würdelos und unergiebig. In voller Offenheit und Ehrlichkeit liegt nicht nur unsere Würde als Mensch – die ja durchaus auch in der Ohnmacht möglich ist –, sondern auch unsere je eigene Chance, als Menschen in unserem jeweiligen Aufgaben- und Verantwortungsbereichbereich einen außerordentlich wichtigen Beitrag für ein besseres Miteinander zu leisten. Es frage sich daher jeder Mensch als Deutscher, ob er diesen Weg des „Gerechten Friedens“ gehen will – auch auf die Gefahr hin, Enttäuschungen durchleben zu müssen, auch auf die Gefahr hin, schmerzliche Verluste zu erleiden, auch auf die Gefahr hin von Mächtigen leichtfertig missbraucht zu werden.
Die Frage, ob es sich dennoch lohnt, am Prozess „Gerechter Friede“ bewusst und aktiv teilzunehmen, die kann natürlich ein jeder nur selbst beantworten!

Für mich persönlich steht jedenfalls fest:
Wenn wir Menschen hier in Deutschland wirklich das Miteinanderreden gelernt haben und so innerhalb des Prozesses „Gerechter Friede“ einen großen Schritt nach vorne tun, dann gewinnen wir weit mehr als nur unsere eigene geistige und soziale Verbindung und deutsche Identität. Denn dann gewinnen wir Menschen in Deutschland die unerlässliche Grundlage und Voraussetzung dafür, endlich auch mit den Menschen der anderen Völker glaubhaft reden zu können! Denn ohne Ausnahme gilt:

Wirkliches Miteinanderreden dient der Würde des Menschen!

(... der obige Text über das “Miteinanderreden” ist in Anlehnung an das Büchlein
“Die Schuldfrage” aus dem Jahre 1946 von Karl Jaspers entstanden)